Die Alexander-von-Humboldt-Schule in Lauterbach hat in den letzten Wochen für Aufsehen gesorgt: Zehn Schüler der 9. Jahrgangsstufe nahmen an einer Deutsch-Polnischen Jugendbegegnung teil. Vom 28. April bis 2. Mai reisten sie nach Neuendorf in Brandenburg, wo sie, begleitet von den Lehrkräften Max Döppler und Susann Siegfried, eine spannende Zeit erlebten. Mit über 40 Jugendlichen aus den Partnerregionen des Vogelsbergkreises, Oberhavel, Biała Podlaska und Siedlce, wurde der internationale Austausch auf eine ganz neue Ebene gehoben.
Das Programm war bunt gemischt und umfasste Kennenlern- und Integrationsspiele, sportliche Aktivitäten und sogar einen Ausflug nach Berlin. Dort wurden zentrale Orte der deutschen Geschichte besucht, wie das Brandenburger Tor und das Regierungsviertel. Doch der emotionale Höhepunkt war der Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg. An diesem Ort, wo mehr als 200.000 Menschen bis 1945 inhaftiert waren und viele ihr Leben verloren, nahmen die Schüler an einer offiziellen Kranzniederlegung teil und wurden sich der Bedeutung dieser Stätte für die Erinnerungskultur schmerzlich bewusst.
Der Sachsenhausen-Gedenklauf
Am 1. Mai, dem Tag des 59. Sachsenhausen-Gedenklaufs, wurde die Verbindung von Gedenken und Sport ganz besonders deutlich. Ministerpräsident Dietmar Woidke eröffnete die Veranstaltung und sprach über die Verantwortung, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. „Wir müssen gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus kämpfen“, betonte er und lobte gleichzeitig die engagierten Menschen, die sich für Weltoffenheit und Toleranz einsetzen. Die Schüler aus Lauterbach waren ebenfalls Teil dieses bewegenden Ereignisses und zeigten großen Einsatz. Besonders Sophie Schäfer und Linus Weißgerber stechen hervor, beide erreichten den zweiten Platz in ihren Altersklassen auf den Distanzen von 7,5 km und 15 km. Es war einfach beeindruckend zu sehen, wie sich die jungen Sportler ins Zeug legten!
Der Gedenklauf hat eine lange Tradition und zieht jährlich Teilnehmende nicht nur aus Oranienburg, sondern aus dem gesamten Landkreis Oberhavel und darüber hinaus an. Es ist nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern auch ein starkes Signal gegen das Vergessen und für den Zusammenhalt. Die Veranstaltung sendet eine klare Botschaft: Wir erinnern uns, wir gedenken und wir stehen zusammen.
Internationale Jugendbegegnungen
Die Gedenkstätte Sachsenhausen ist nicht nur ein Ort des Erinnerns, sondern auch ein lebendiger Lernort. Jedes Jahr finden dort internationale Studycamps statt, die junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenbringen. Ziel dieser Camps ist es, historische Bildung mit praktischem Engagement zu verbinden. Dabei steht nicht nur die Geschichte des Konzentrationslagers im Vordergrund, sondern auch die Lebenswege der Menschen, die dort inhaftiert waren. Kreative Projekte, Diskussionen und Exkursionen bieten den Teilnehmer:innen die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und seinen Folgen auseinanderzusetzen.
In der Internationalen Jugendbegegnungsstätte „Haus Szczypiorski“ wird nicht nur gelernt, sondern auch gemeinsam gekocht und gespielt. Dieser Austausch in einer entspannten Atmosphäre fördert das Kennenlernen und die Freundschaften zwischen den jungen Menschen. Es entstehen Erinnerungen, die ein Leben lang halten und die interkulturelle Verständigung stärken. Die Gedenkstätte Sachsenhausen bleibt somit ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird und ein Platz für den Austausch zwischen Kulturen und Nationen geschaffen wird.