In Oranienburg, genauer gesagt im Waldgebiet zwischen Borgsdorf und Oranienburg, stehen alle Zeichen auf Sicherheit. Am kommenden Mittwoch, dem 3. Juni, wird es dort nämlich eine Bombensprengung geben. Zwei Bomben mit jeweils 250 Kilogramm Gewicht wurden gefunden, und die Stadtverwaltung hat umgehend reagiert. Sie empfiehlt, den Sperrkreis rund um den Fundort bis spätestens 8 Uhr zu verlassen. Insgesamt sind 414 Einwohner der Ortsteile Lehnitz und Süd betroffen und müssen sich auf eine längere Abwesenheit von ihren gewohnten Plätzen einstellen.
Die Sicherheitsmaßnahmen sind umfangreich: Ein Wachschutzunternehmen wird vor Ort sein, um den Bereich abzusichern. Das klingt alles nach einem gut durchdachten Plan, aber man sollte sich trotzdem nicht in Gefahr bringen. Der Zugang zum Sperrkreis ist bis zur offiziellen Aufhebung nicht erlaubt. Wer Fragen hat oder Unterstützung beim Transport benötigt, kann sich unter der Telefonnummer 03301 . 600 6590 direkt an die Stadtverwaltung wenden. Bei vielen von uns sorgt das für ein mulmiges Gefühl, denn solche Maßnahmen sind nicht alltäglich.
Evakuierung und Sicherheitsvorkehrungen
Doch die Situation in Lehnitz hat sich nicht über Nacht ergeben. Bereits Ende letzten Jahres wurde die Straße „Bachstelzenwiese“ nach Kampfmitteln abgesucht, und im März gab es eine erneute Untersuchung mit dem UltraTEM®-Verfahren. Am 18. Mai informierte der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) die Stadt, dass ein gefundener Gegenstand tatsächlich eine Bombe ist. Daraufhin wurde sofort ein Sperrbereich eingerichtet, und 27 Anwohner mussten evakuiert werden. Man muss sich das mal vorstellen: Plötzlich ist das eigene Zuhause mehr oder weniger unzugänglich.
Bauzäune sichern die Zugänge zum gesperrten Bereich, und um den Fundort der Bombe wird eine Splitterschutzwand aus Containern errichtet. Das Ziel ist klar: den gesperrten Bereich so klein wie möglich zu halten, damit die Anwohner schnell zurückkehren können. Diese Maßnahmen sind nicht nur notwendig, sie sind auch beeindruckend in ihrer Effizienz und Professionalität.
Kampfmittel in Brandenburg
Die Situation in Oranienburg ist Teil eines größeren Problems. Im gesamten Bundesland Brandenburg wurden in diesem Jahr bereits rund 340 Tonnen Kampfmittel gefunden. Das ist ein Alarmzeichen, vor allem wenn man bedenkt, dass Brandenburg bundesweit die meisten Kampfmittelverdachtsflächen aufweist. Innenministerin Katrin Lange hat die Bedeutung der Arbeit des KMBD betont, denn ohne deren Einsatz hätte es sicherlich einige Verletzte gegeben. Im Jahr 2024 gab es zum Glück keine Verletzten unter den Kampfmittelräumern.
Die Zahlen sind beeindruckend, sogar erschreckend: Über 4300 Anfragen von Grundstückseigentümern auf Kampfmittelbelastung wurden bearbeitet. Zudem wurden über 200 Kampfmittelräummaßnahmen in Auftrag gegeben. Die Stadt Oranienburg wird weiterhin eng mit dem KMBD zusammenarbeiten, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten und die betroffenen Gebiete schnellstmöglich zu räumen. Es bleibt zu hoffen, dass die Bürger bald wieder in ihre gewohnten Umgebungen zurückkehren können. In der Zwischenzeit heißt es: Geduld haben und die Sicherheit an erste Stelle setzen.