Am 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg wurde die erste Verleihung des Franz-Bobzien-Preises gefeiert. Dieser Preis würdigt herausragende Projekte, die sich gegen das Vergessen der Gräueltaten des Nationalsozialismus einsetzen. In einem bewegenden Rahmen wurden gleich zwei erste Preisträger ausgezeichnet, die sich mit ihren Initiativen aktiv für Aufklärung und das Gedenken einsetzen.
Den Hauptpreis erhielten care4democracy e.V. aus Falkensee für ihr Projekt „Demokratie erfordert Engagement – Tu was!“ sowie der Arbeitskreis „Zwangsarbeit Gedenken“ mit ihrem Projekt „Spurensicherung“. Das Projekt von care4democracy e.V. hat sich das Ziel gesetzt, die Geschichte des Faschismus aufzuarbeiten und demokratische Werte zu fördern. Hierzu werden Lesungen, Filmabende, Diskussionen und Kunstaktionen organisiert. Der Arbeitskreis „Zwangsarbeit Gedenken“ wiederum thematisiert die dunkle Geschichte des ehemaligen KZ-Außenlagers in Ludwigsfelde, wo über 10.000 Zwangsarbeiter in der NS-Zeit zur Flugzeugmotorenproduktion gezwungen wurden. Beide Preisträger teilen sich ein Preisgeld von 5.000 Euro.
Die weiteren Preisträger
Den zweiten Platz sicherte sich der Projektchor des Chorverbands Berlin mit „Lieder aus Sachsenhausen I – #NieWiederIstJetzt“, während der dritte Platz an „Meet & Speed“ des Vereins für Jugendhilfe und Sozialarbeit ging. Letzteres Projekt ermöglicht jungen Menschen, Erinnerungsorte in Brandenburg, Sachsen und Polen zu besuchen, um die Geschichte lebendig zu halten.
Die Jury, bestehend aus zwölf Mitgliedern, hatte die schwierige Aufgabe, aus 63 Bewerbungen die besten Projekte auszuwählen. Der Franz-Bobzien-Preis wird von der Stadt Oranienburg sowie der Gedenkstätte Sachsenhausen verliehen, um das Andenken an Franz Bobzien, einen Lehrer und Politiker, der 1938 im KZ Sachsenhausen inhaftiert und 1941 ermordet wurde, lebendig zu halten.
Die Bedeutung des Gedenkens
Die NS-Zeit bleibt ein zentrales Thema in der deutschen Geschichte und ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis unserer Gegenwart und Zukunft. In Deutschland sind viele Gedenkstätten, wie die T4-Gedenkstätte in Berlin, Orte des Erinnerns. Diese Stätten bieten nicht nur Raum für Trauer, sondern auch für Informationen über die Verbrechen des Nationalsozialismus und fördern das Lernen über diese dunkle Zeit. Stolpersteine, kleine Gedenktafeln aus Messing, erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus und werden oft vor den letzten Wohnorten der Betroffenen verlegt. Der Künstler Gunter Demnig initiierte diese Stolpersteine, um das Gedächtnis an die Opfer wachzuhalten. Mit über 75.000 Stolpersteinen in mehr als 20 Ländern wird das Gedenken an die NS-Zeit weltweit fortgeführt.
Das Gedächtnis an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass solche Gräueltaten nie wieder geschehen. Es liegt in der Verantwortung der heutigen Generation, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und für Menschlichkeit, Menschenwürde und Toleranz einzutreten. Jeder Beitrag, der dazu dient, die Erinnerung wachzuhalten, ist ein Schritt in die richtige Richtung.