Die Verhandlungen um die Entgelterhöhung für die Mitarbeitenden der Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH (AWU) sind in vollem Gange. Nach einem zweitägigen Streik Ende Februar, der zu stehen gebliebenen Mülltonnen im Landkreis führte, hat die Gewerkschaft Verdi am vergangenen Donnerstag die vierte Verhandlungsrunde mit der Arbeitgeberseite abgehalten. Ein wichtiger Termin steht bereits bevor: Am Montag, dem 9. März, findet eine Mitarbeiterversammlung am Standort in Velten statt, um das weitere Vorgehen zu klären und die Mitglieder zu informieren.

In der letzten Runde wurden einige Fortschritte erzielt. Die Arbeitgeberseite hat ein verbessertes Angebot zur Entgelterhöhung unterbreitet, welches insgesamt 180 Euro brutto ab dem 1. Juli 2027 vorsieht, verteilt auf vier Stufen. Allerdings bleibt die geforderte Erhöhung von 405 Euro brutto ein strittiger Punkt, da die Arbeitgeber diese Summe als „nicht machbar“ ansehen. Die Gewerkschaft hat daraufhin ein eigenes Angebot von 380 Euro brutto auf 24 Monate vorgeschlagen, was jedoch ebenfalls abgelehnt wurde. Verdi-Verhandlungsführerin Lisa Baumeister äußerte, dass zwar einige Punkte Fortschritte zeigen, jedoch an anderen Stellen keine Einigung erzielt werden konnte.

Details der Verhandlungen

Die Arbeitgeberseite sieht eine mögliche Laufzeit von 24 Monaten für den neuen Tarifvertrag vor, abhängig von der akzeptablen Entgelterhöhung. Ein weiterer diskutierter Punkt ist die Einführung einer neuen Entgeltstufe 4 nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit. Interessanterweise wurde die Forderung nach einer einheitlichen Werkstattzulage mittlerweile fallengelassen. Die Arbeitgeber betonen, dass, trotz einer soliden finanziellen Lage, geplante Investitionen in den Fuhrpark und die Sanierung von sozialen Einrichtungen höhere Löhne über das angebotene Maß hinaus ausschließen.

Ralf Wunderlich von der Linken-Kreistagsfraktion hat die derzeitigen Tariflöhne scharf kritisiert und fordert, dass Mitarbeitende von kreiseigenen Unternehmen ein auskömmliches Einkommen erzielen und nicht in Altersarmut geraten. Er appelliert an den Landrat, Einfluss auf die AWU-Töchter zu nehmen, um einen tragfähigen Tarifvertrag abzuschließen. Zudem wird die Gründung eines Betriebsrates bei der Grunske Metall-Recycling und der ERV GmbH als notwendig erachtet.

Kontext der Tarifverhandlungen

Die Situation in Oberhavel ist Teil eines größeren Trends im öffentlichen Dienst. In den letzten Monaten kam es in verschiedenen Bereichen, darunter Kitas und Universitätskliniken, zu Warnstreiks und Tarifverhandlungen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat vor kurzem auch im Rahmen einer umfassenden Tarifeinigung für 925.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder Erhöhungen in mehreren Schritten erreicht. Diese Einigung könnte als Beispiel und Motivation für die AWU-Mitarbeitenden dienen, ihre eigenen Forderungen durchzusetzen. Hierbei ist zu beachten, dass die Gewerkschaften ursprünglich eine Gehaltserhöhung von 7% und mindestens 300 Euro monatlich gefordert hatten, ein deutlicher Hinweis auf die anhaltenden Herausforderungen im Tarifbereich.

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In der aktuellen Situation bleibt abzuwarten, wie die Verhandlungen weiter verlaufen und ob die Mitarbeitenden der AWU in der kommenden Versammlung am 9. März neue Strategien entwickeln werden, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Es bleibt spannend, wie sich die Gespräche entwickeln und welche Auswirkungen sie auf die Arbeitsbedingungen in der Region haben werden.

Für weitere Informationen zu den Verhandlungen können Sie die vollständigen Details auf den Seiten der MAZ und ver.di nachlesen.