Die Bahnsituation in der Prignitz wird zurzeit intensiv diskutiert. Besonders der Prignitz-Express (RE6) steht im Zentrum dieser Debatte, da die Strecke zwischen Hennigsdorf und Wittenberge jetzt endlich elektrifiziert werden soll. Laut nd-aktuell ist dies die letzte Regionalexpress-Strecke in Brandenburg ohne Oberleitung. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat diese Entscheidung kürzlich bestätigt. Die Elektrifizierung ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Mobilität und könnte schon bis 2030 beginnen.

Aktuell sieht das Bild im Regionalverkehr anders aus: In der Prignitz sind nach wie vor langsame Dieselzüge die Norm, die die Fahrgäste befördern. Bisher verkehren diese Züge unter aufregenden Bedingungen, da die Strecke des RE6 zwischen Neuruppin und Kremmen aufgrund der Generalsanierung bis Ende April 2026 gesperrt ist. Auch die Sanierung des Bahndamms ist eine Herausforderung, die bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2023 abgeschlossen sein soll.

Geplante Ausbaumaßnahmen

Die Zukunft hält jedoch einige Überraschungen parat. Neben der Elektrifizierung sind auch umfangreiche Ausbauprojekte geplant. Diese umfassen unter anderem die Verlängerung der Bahnsteige, die Errichtung eines zweiten Gleises über acht Kilometer sowie neue Ausweichmöglichkeiten für Gegenzüge. Diese Maßnahmen sind unter einem Planfeststellungsverfahren zusammengefasst, welches aktuell läuft. Die Finanzierung ist allerdings noch unklar, wie rbb24 berichtet. Nach dem Ausbau sollen schließlich zwei stündliche Verbindungen nach Neuruppin angeboten werden können.

Interessanterweise hat die Deutsche Bahn auch die Ausschreibung für den Betrieb des RE6 und der RB55 auf den Tisch gelegt. Diese Ausschreibung könnte die letzte ihrer Art für Brandenburger Bahnstrecken mit Dieselbetrieb sein. Der Vertrag soll zwischen Ende 2028 und Ende 2036 laufen und umfasst zwei Verlängerungsoptionen. Die RB73 ist ebenfalls in dieser Ausschreibung, jedoch nur für den Abschnitt zwischen Neustadt (Dosse) und Kyritz. Verkehrsminister Detlef Tabbert hat bereits angekündigt, eine separate Neuausschreibung für die RB73 und RB74 in Angriff zu nehmen.

Finanzierungsstruktur und Zukunftsausblick

Beide Bundesländer, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, setzen sich vehement für einen durchgehenden Zugbetrieb auf der Strecke zwischen Güstrow und Neustadt (Dosse) ein. Ein Gutachten bescheinigt außerdem, dass die Elektrifizierung der Strecke wirtschaftlich lohnend ist. Die Investitionskosten für Akkubetrieb belaufen sich auf etwa 228 Millionen Euro, während die Elektrifizierung rund 650 Millionen Euro kosten könnte. Die beiden Bundesländer mobilisieren derzeit Fördermittel beim Bund, wobei eine bis zu 90-prozentige Förderung in Aussicht steht.

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Die Zukunft des Schienenverkehrs in Brandenburg wird durch das Bund-Länder-Programm zur Elektrifizierung des Schienenverkehrs geprägt, welches die Elektrifizierung von überregional wichtigen Hauptstrecken zum Ziel hat. Laut dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung der Brandenburg hat das Land bereits erste Schritte unternommen, um dieses Programm zeitnah umzusetzen. Zukünftige Elektrifizierungen sind unter anderem für die Strecken von Cottbus nach Forst und Görlitz vorgesehen.

Die Ankündigung zur elektrischen Umstellung der RE6 stellt somit nicht nur einen Fortschritt für den Regionalverkehr dar, sondern ist auch ein wichtiger Schritt in die Zukunft des Schienenverkehrs in Brandenburg. Es bleibt spannend, wie sich die Rahmenbedingungen und die weitere Planung entwickeln. Wir hoffen, dass die Vorhaben zügig umgesetzt werden und die Prignitzer bald auf schnellere und umweltfreundlichere Züge umsteigen können, überzeugt Brandenburgs Ministerium.