In Velten wird nach jahrelangem Kampf um Sicherheit für Radfahrer endlich etwas geändert. Sven Krein, ein engagierter Bürger aus der Region, hat sich vehement für die Neugestaltung der gefährlichen Kreuzung Breite Straße/Rosa-Luxemburg-Straße/Lindenstraße eingesetzt. Aufgrund der zahlreichen Unfälle, die dort passiert sind, trägt die Kreuzung den bedrückenden Titel „Todeskreuzung“. Krein kritisierte insbesondere die viel zu kurze Grünphase für Radfahrende, die die Sicherheit massiv gefährdet.

Im September erließ das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) ein Urteil, demzufolge der Landkreis die Verkehrsregelungen an diesem Gefahrenpunkt überdenken muss. Gerichtssprecher Thomas Jacob berichtete, dass die Berufung von Krein teilweise erfolgreich war, und der Landkreis entschied sich, kein Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen, was das Urteil rechtskräftig machte. Nun wird die Signalsteuerung an der Kreuzung vom Landesbetrieb Straßenwesen überarbeitet, wobei die Vorgaben des Urteils in die neuen Pläne einfließen müssen.

Neue Ampelschaltung gefordert

Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen ist für Krein klar: Er fordert eine zügige Umsetzung und hat dem Landkreis eine Frist bis zum 18. März 2026 gesetzt, um die Ampelschaltung entsprechend anzupassen. Ein zentraler Punkt seiner Forderungen ist eine Vorlaufzeit von drei Sekunden für Radfahrer, um die Ampelschaltung an der Breiten Straße besser mit den anderen Straßen zu koordinieren. Bereits 2017 ging Krein gerichtlich gegen die unzureichende Grünphase von nur sechs Sekunden für Radfahrende an der Hauptkreuzung vor.

Die Kritik an der Sicherheit an Kreuzungen ist nicht nur regional von Bedeutung. Nationwide zeigen Studien, dass die meisten Fahrradunfälle in Deutschland an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückszufahrten passieren. Bei einer umfassenden Untersuchung in zehn deutschen Großstädten wurde klar, dass 13 % der Teststrecken als „mangelhaft“ eingestuft wurden. Kreuzungen ohne Ampeln schneiden dabei besonders schlecht ab, während Ampelkreuzungen besser abschneiden, wenn die Regelungen entsprechend verbessert werden. Für Radfahrer sind Ampeln entscheidend, um die Sichtbarkeit und Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, wie die Analyse des ADAC zeigt.

Steigende Unfallzahlen erfordern Handlungsbedarf

Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der schweren Fahrradunfälle auf Landstraßen, der um 30 Prozent im Vergleich zu vor zehn Jahren gestiegen ist. Laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ereignen sich 68 Prozent der schweren Radunfälle an Kreuzungen. Hier sind oft fehlende Radwege und Sichtbehinderungen verantwortlich. Ein Drittel der schweren Unfälle geschieht unvermittelt, ohne andere Beteiligte, häufig aufgrund von Stürzen oder Übersehen durch Autofahrer.

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Angesichts dieser alarmierenden Zahlen appelliert die UDV an Kommunen, sichere Übergänge zu schaffen und die Sichtverhältnisse an kritischen Kreuzungen zu verbessern. Auch die Notwendigkeit, Sichtbehinderungen zu beseitigen und Geschwindigkeitsbegrenzungen in Sichtlosen Bereichen einzuführen, wird betont. Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Radfahrenden deutlich zu erhöhen.

Die Entwicklungen in Velten könnten also nicht nur die Sicherheit der Radfahrenden vor Ort verbessern, sondern auch ein Signal an andere Gemeinden senden, sich intensiver mit der Sicherheit im Radverkehr auseinanderzusetzen. Die Umsetzung der neuen Ampelschaltung an der Kreuzung könnte eine erfreuliche Wende in einem oft gefährlichen Alltag für Radfahrer bewirken.