Heute ist der 21.05.2026, und in Velten gibt es Neuigkeiten aus dem Stadtteil Gröpelingen, die für Gesprächsstoff sorgen. Der Beirat hat beschlossen, das östliche Teilstück der Reitbrake in „An der Kriegsgräberstätte“ umzubenennen. Ein Schritt, der nicht nur von Bedeutung, sondern auch von vielschichtigen Emotionen begleitet ist. Die Umbenennung soll die Erinnerung an den sogenannten Russenfriedhof aufrechterhalten, wo in der Vergangenheit Kriegsgefangene aus der Sowjetunion und polnische Zwangsarbeiter bestattet wurden.
Ein Kompromiss, der nötig wurde, um die Firma Nehlsen Industrieservice vor einer Adressänderung zu bewahren. Das westliche Teilstück bleibt unberührt und behält seinen alten Namen. Diese Teilumbenennung sollte ein konfliktfreies Miteinander ermöglichen—aber wie das oft so ist, gibt es auch Kritiker. Beiratsmitglied Hanspeter Halle von den Grünen äußerte sich skeptisch und bezeichnete die Maßnahme als absurd. Martin Reinekehr von der SPD warnte davor, dass diese Entscheidung einen Präzedenzfall für weitere Umbenennungen schaffen könnte. Spannend, oder?
Ein Ort der Erinnerungen
Der Wunsch nach einer Umbenennung schwebt schon seit Jahren in der Luft. Grabungen zwischen August 2021 und November 2022 im Gebiet des ehemaligen Friedhofs führten zu neuen Entdeckungen. Alte Dokumente sorgten dafür, dass mindestens 65 weitere sterbliche Überreste gefunden wurden—ein erschütternder Beweis für die dunkle Geschichte, die hier verborgen lag. Der Kriegsgräberfriedhof wurde 1948 aufgelöst, und 440 Verstorbene wurden umgebettet. Diese historische Last sollte nicht in Vergessenheit geraten.
Die Beiratsvertreter fordern zusätzlich einen Gedenkort mit historischen Informationen im angrenzenden Klima-Wald-Park, der voraussichtlich diesen Spätsommer fertiggestellt sein soll. Ein Ort, der nicht nur zur Erinnerung an die Verstorbenen dient, sondern auch zur Aufklärung der Öffentlichkeit über die Geschehnisse der Vergangenheit. Ein schöner Gedanke, dass Geschichte nicht einfach im Sand der Zeit verloren geht, sondern einen Platz in der Gemeinschaft findet.
Die Reaktionen im Stadtteil
Die Stimmen im Stadtteil sind gemischt. Während einige die Umbenennung als längst überfällig erachten, sehen andere sie kritisch. „Es ist wichtig, dass wir unsere Geschichte nicht vergessen“, sagt ein Anwohner, der oft im Klima-Wald-Park spazieren geht. „Aber ich verstehe auch die Bedenken bezüglich der Namensänderung. Es könnte wirklich zu einem Präzedenzfall werden.“ Eine interessante Perspektive, die zeigt, wie sensibel das Thema ist.
Ob der Gedenkort im Park tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielt, bleibt abzuwarten. Aber eines steht fest: In Gröpelingen wird Geschichte lebendig gehalten, und das, so sollte man meinen, ist letztendlich das Ziel. Die Diskussionen werden weitergehen, und vielleicht wird die Umbenennung der Reitbrake nicht das letzte Wort zu diesem Thema sein. Die Geschichte hat schließlich viele Kapitel, und wir sind erst am Anfang.