In der kleinen Stadt Wittstock im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat sich ein neuer Trend in der Bestattungskultur etabliert. Der Friedhof in Berlinchen bietet seit Kurzem die Möglichkeit zur Baumbestattung an. Diese Bestattungsform erfreut sich wachsender Beliebtheit, insbesondere unter naturverbundenen Menschen, die eine naturnahe Abschiednahme bevorzugen. Die Urnen werden in einem Abstand von 50 Zentimetern rund um eine Eiche platziert, was eine harmonische Integration in die Natur ermöglicht. Insgesamt stehen 20 Plätze für Baumbestattungen zur Verfügung, was Berlinchen zur ersten Gemeinde der Stadt Wittstock macht, die diese Art der Bestattung anbietet.

Die Einführung dieser Bestattungsform ist nicht ohne Herausforderungen. Astrid Struck, die Ortsvorsteherin, weist darauf hin, dass Paare nicht nebeneinander bestattet werden können, da die Urnen in der Reihenfolge der Todesfälle angeordnet sind. Dennoch zeigt die Stadt Wittstock durch diese Initiative, dass sie den geänderten Wünschen der Bevölkerung nachkommen möchte. Die Stadt bewirtschaftet insgesamt 28 Friedhöfe, darunter zwei in der Kernstadt und 26 in den Ortsteilen. Die Vielfalt der Bestattungsarten reicht von Reihengräbern über Wahlgrabstätten bis hin zu Urnenreihengräbern und Urnengemeinschaftsanlagen.

Baumbestattung: Eine naturnahe Alternative

Die Baumbestattung ist eine spezielle Variante der Urnenbeisetzung, bei der die Asche in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt wird. Diese Form der Bestattung symbolisiert den Kreislauf des Lebens und ermöglicht den Hinterbliebenen eine enge Verbindung zur Natur. Die Baumbestattung auf Friedhöfen kombiniert die ruhige Atmosphäre des Friedhofs mit der naturnahen Gestaltung. In Berlinchen wird die Baumgrabstätte von Landschaftsarchitekt Steffen Jander geplant, der besonderen Wert auf die Baumhöhe und das Wachstum legt, um die Grabstellen optimal zu platzieren.

Ein weiterer Vorteil dieser Bestattungsform ist die Pflegeleichtigkeit. Immer mehr Menschen, die oft nicht vor Ort sind, um sich um die Grabpflege zu kümmern, schätzen diese Option. Die Zahl der Urnenbeisetzungen in Wittstock steigt, während die klassischen Erdbestattungen zurückgehen — im Jahr 2025 gab es nur 40 Erdbestattungen. Monika Geyer vom gleichnamigen Bestattungshaus in Wittstock bestätigt, dass lediglich etwa 20 Prozent der jährlichen 150 bis 180 Bestattungen klassische Erdgräber sind.

Vielfalt der Bestattungsmöglichkeiten

Zusätzlich zur Baumbestattung auf Friedhöfen gibt es auch die Möglichkeit der Waldbestattung in speziellen Bestattungswäldern wie FriedWald oder RuheForst. Diese bieten eine vollständige Naturnähe ohne konventionelle Grabsteine und ohne Pflegepflicht. Die Beisetzung erfolgt im Naturwald, wodurch eine individuelle und persönliche Gestaltung der Trauerfeier möglich ist.

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Die Preise für Baumbestattungen variieren je nach Stadt und Anbieter. In Wittstock kostet ein Platz in einer Baumgrabstätte 588,70 Euro, inklusive Pflege. Die Ruhezeit für Baumgrabstätten beträgt 20 Jahre. Im Vergleich zu herkömmlichen Urnengräbern sind Baumgräber oft etwas teurer, bieten jedoch eine einzigartige und friedliche Ruhestätte. Bei Baumbestattungen ist Grabschmuck nicht erlaubt, nur einzelne Blumenbeigaben sind üblich.

Insgesamt zeigt sich, dass die Baumbestattung nicht nur eine formale Bestattungsart ist, sondern auch eine bewusste Entscheidung für eine naturnahe und umweltfreundliche Form des Abschieds. Mit der Einführung dieser Bestattungsform in Berlinchen und den Planungen für weitere Baumgrabstätten in der Region wird deutlich, dass die Stadt Wittstock die Bedürfnisse ihrer Bürger ernst nimmt und innovative Lösungen bietet.

Für weitere Informationen und Hintergründe zu diesem Thema können Interessierte die Quellen hier, hier und hier nachlesen.