Heuschnupfen im Frühling: Symptome, Behandlung und Tipps zur Pollenvermeidung
Der Frühling steht vor der Tür, und mit ihm beginnt für viele Menschen die leidvolle Zeit des Pollenflugs. Annekatrin Coordes, die 43-jährige HNO-Ärztin und Allergologin aus Neuruppin, berichtet, dass die Birkenpollen bereits unterwegs sind. Heuschnupfen, die häufigste Allergie in Deutschland, betrifft etwa 15 % der Erwachsenen und 9 % der Kinder und Jugendlichen. Laut dem Robert Koch-Institut kann Heuschnupfen auch zu Asthma führen, einer chronischen, nicht heilbaren Atemwegserkrankung.
Heuschnupfen kann durch einen Hauttest oder eine Blutuntersuchung diagnostiziert werden. Um die Symptome zu lindern, empfiehlt Coordes die Verwendung von kortisonhaltigem Nasenspray, da dieses lokal wirkt und kaum Nebenwirkungen hat. Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass andere abschwellende Nasensprays nur maximal sieben Tage verwendet werden sollten, um eine Abhängigkeit zu vermeiden. In sozialen Netzwerken kursieren viele Tipps zur Milderung von Heuschnupfen, doch nicht alle sind einfach umsetzbar.
Die Hyposensibilisierung als langfristige Lösung
Eine vielversprechende Therapie, die Coordes favorisiert, ist die Hyposensibilisierung. Dabei handelt es sich um eine spezielle Immuntherapie, bei der der Körper an Allergene gewöhnt wird. Diese Therapie kann die Reaktion auf Pollen und Gräser verringern und Asthma mildern oder verhindern. Die Hyposensibilisierung dauert meist drei Jahre und die Wirkung hält im Schnitt etwa zehn Jahre an. Die Kosten für diese Therapie werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wobei Patienten maximal zehn Euro Zuzahlung pro Präparat leisten müssen.
In der HNO-Ambulanz der Neuruppiner Uniklinik erhalten Patienten innerhalb von 14 Tagen einen Termin. Die Sprechzeiten sind montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr, und es ist geplant, eine Allergie-Sprechstunde aufzubauen. Diese Informationen sind besonders wichtig für die vielen Betroffenen, die auf schnelle Hilfe angewiesen sind. Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass 36 % der Menschen in Deutschland an einer ärztlich diagnostizierten Allergie leiden, wobei 59 % davon an Heuschnupfen erkrankt sind.
Tipps zur Pollenvermeidung
Mit den warmen Temperaturen und dem Sonnenschein beginnt auch für Pollenallergiker die Leidenszeit. Die Symptome wie laufende Nase, juckende Augen, Niesanfälle und Husten können sehr belastend sein. Es gibt jedoch einige praktische Tipps, die helfen können, die Pollenbelastung zu reduzieren. Dazu gehört die Nutzung von Apps zur Pollenvorhersage, das Anbringen von Pollengittern an Fenstern und Pollenfiltern im Auto sowie regelmäßiges Saugen mit Feinstaubfiltern.
- Kleidung, die draußen getragen wurde, sollte nicht im Schlafzimmer ausgezogen werden.
- Abends Haare waschen, um Pollen nicht ins Bett zu bringen.
- Verwendung von Luftreinigern, die Pollen filtern können.
- Wäsche nicht draußen zum Trocknen aufhängen.
- Achten auf Tageszeiten beim Lüften: in der Stadt morgens zwischen 6.00 und 8.00 Uhr, auf dem Land abends zwischen 20.00 und 24.00 Uhr.
- Im eigenen Garten auf Allergene wie Birken, Erlen, Pappeln und Weiden verzichten.
- Rasen kurz halten und nicht selbst mähen, wenn man Pollenallergiker ist.
- Urlaubsplanung nach pollenarmen Regionen ausrichten.
- Nach Regenschauern erst 30 bis 60 Minuten ins Freie gehen.
Die Pollensaison in Deutschland dauert von Januar bis Oktober und wird durch den Klimawandel im Durchschnitt um 0,9 Tage pro Jahr verlängert. Die ersten Pollen fliegen meist bereits im Januar, wenn Hasel und Erle die Saison eröffnen. Im April folgen die Birkenpollen, und von Mai bis August dominieren die Gräser. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) betreibt über 30 Messstationen für Pollenflugvorhersagen, die täglich aktualisiert werden. Dies ist besonders wichtig, da die Wetterlage und der Klimawandel die Pollenbelastung erheblich beeinflussen können.
Für Allergiker ist es entscheidend, informiert zu bleiben, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Eine Kombination aus Vermeidung, symptomatischer Behandlung und gegebenenfalls Hyposensibilisierung kann helfen, die Auswirkungen von Heuschnupfen zu minimieren. Wer mehr über die aktuellen Pollenflugvorhersagen erfahren möchte, kann auf die Seite des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit oder den Pollenflugkalender des Deutschen Wetterdienstes zugreifen.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem ausführlichen Artikel von Annekatrin Coordes in der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Für zusätzliche Tipps und Empfehlungen besuchen Sie auch den Artikel auf BR.de sowie greenya.de.
