Kliniken im Umbruch: Ein Blick auf die drängenden Fragen der Krankenhausreform in Potsdam
Die Veränderungen im Gesundheitswesen sind spürbar und die Krankenhausreform hat nun auch zwei große Kliniken in Potsdam erreicht – das Klinikum Ernst von Bergmann und das St. Josefs-Krankenhaus. Ab August 2023 wird es dort richtig rundgehen. Die beiden Häuser schränken ihre Leistungen ein, und das hat weitreichende Konsequenzen. Das Klinikum Ernst von Bergmann wird die orthopädischen und gefäßchirurgischen Bereiche streichen – das betrifft immerhin 12 ärztliche Positionen. Für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet das möglicherweise eine unsichere Zukunft, sollte sich keine neue Einsatzmöglichkeit auftun.
Und auch das St. Josefs-Krankenhaus zieht zum 1. August die Reißleine in den Bereichen Neurologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Rund 50 Mitarbeiter stehen auf der Kippe, darunter viele Ärzte und Hebammen. Die Hoffnung auf einen Job in Partnerkliniken bleibt, aber die Ungewissheit schwebt über den Köpfen wie ein Gewitterwolken. Die Schwerpunkte sollen sich künftig auf Chirurgie, Innere Medizin, Gefäßmedizin und Orthopädie konzentrieren. Man könnte meinen, das ist der neue Plan – alles straffer und besser, aber was bleibt von der menschlichen Note?
Der Hintergrund der Reform
Der Grund für diese drastischen Maßnahmen ist die bundesweite Krankenhausreform, die darauf abzielt, die Kosten zu senken und gleichzeitig die Qualität der Versorgung zu erhöhen. Ein hehres Ziel, das jedoch in der Praxis oft auf Widerstand stößt. Die Brandenburger Landesregierung hat betont, dass die Grundversorgung flächendeckend bestehen bleiben soll. Aber wie sieht das in der Realität aus? Ein Blick auf die weitere Entwicklung zeigt, dass das Krankenhaus in Wittstock/Dosse Anfang 2027 schließen soll. Die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Magen-Darm-Erkrankungen wird in die Klinik Pritzwalk verlagert, während die Rettungswache bestehen bleibt. Das hat schon etwas von einem Schachspiel, bei dem die Figuren umgestellt werden, aber die Strategie fraglich ist.
Ein weiteres Beispiel: Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow wird Ende Juli dichtgemacht. Es ist, als ob wir in einem großen Umbruch stecken – mit all den Unsicherheiten, die damit einhergehen. Die Menschen, die in diesen Kliniken arbeiten, haben oft jahrelang für ihre Berufe gekämpft. Und jetzt? Die Frage, die sich viele stellen, ist: Wo führt uns das alles hin? Wird die Qualität der Versorgung wirklich steigen, wenn die Anzahl der Fachbereiche sinkt? Wir werden sehen, wie sich die Situation weiterentwickelt und hoffen, dass die betroffenen Mitarbeiter einen Weg finden, um in dieser unruhigen Zeit Fuß zu fassen.
