Im beschaulichen Landkreis Ostprignitz-Ruppin, wo die Natur noch in voller Pracht blüht, regt sich Widerstand gegen einen geplanten Windpark in Zootzen. Der Naturschutzbund Nabu hat die Sache nun vor Gericht gebracht. Es geht nicht nur um ein paar Windräder, sondern um das Lebensumfeld seltener Vögel und Fledermäuse, die in dieser Region ihr Zuhause haben – und das ist mehr als nur ein bisschen besorgniserregend.

Die Bedenken sind vielfältig: So könnten durch die Windkraftanlagen gefährdete Arten, wie der Große Abendsegler, in Mitleidenschaft gezogen werden. Diesen Fledermausarten kommt eine besondere Bedeutung für die Wittstock-Ruppiner Heide zu. Auch der majestätische Seeadler, dessen Horste sich nur 700 Meter vom geplanten Windpark befinden, steht im Fokus der Kritik. Ein Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, der bereits am 20. April eingegangen ist, fordert die Beseitigung eines Mäusebussard-Horstes an den vorgesehenen Kran-Stellflächen – ein Vorhaben, das auf wenig Verständnis stößt.

Die Sorgen um die Tierwelt

Die Sorgen des Nabu sind nicht unbegründet. Statistiken zeigen, dass viele Windenergieanlagen in Deutschland bislang nicht ausreichend hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse untersucht wurden. Oftmals bleibt die Datensammlung oberflächlich, und nur ein Bruchteil der verunglückten Tiere wird tatsächlich erfasst. Das Landesamt für Umwelt in Brandenburg hat zwar den Bau von elf Windenergieanlagen in Wittstock/Dosse genehmigt, doch die Frage bleibt: Wie viele Tiere müssen dafür ihr Leben lassen?

Die Intensität von Kontrollen und Meldungen über Anflugopfer variiert stark und die detaillierten Daten sind oft unzureichend. Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Vor einigen Jahren schätzte man die jährlichen Verluste von Rotmilanen in Brandenburg auf über 300. Das wirft Fragen auf. Was ist mit den Fledermäusen? Auch hier lässt sich eine jährliche Anzahl verunfallender Tiere schätzen, allerdings nur unter Berücksichtigung vielfältiger Datenquellen.

Wissenschaftliche Analysen als Grundlage

Aber nicht alles ist düster! Es gibt auch positive Ansätze. Wissenschaftliche Auswertungen sind trotz der heterogenen Datenbanken möglich. Damit können Hochrechnungen und Analysen zur Betroffenheit verschiedener Arten erstellt werden. Gut durchgeführte Begleituntersuchungen sind entscheidend – besonders wenn die Prognosen über den Eingriff in die Natur unsicher sind. Monitoring-Untersuchungen entlang der Ostseeküste könnten dabei helfen, räumliche Lücken zu schließen und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

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Für die Zukunft wäre es wünschenswert, dass der Anteil an systematischen, ganzjährigen Untersuchungen erhöht wird. Nur so kann ein umfassendes Bild der Auswirkungen der Windkraftanlagen auf die Tierwelt gezeichnet werden. Die Natur in Ostprignitz-Ruppin ist ein wertvolles Gut. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Rechtsstreit zwischen Nabu und den Windparkbetreibern entwickeln wird – und welche Konsequenzen das für die bedrohten Arten haben könnte.