Kunst, die Geschichte atmet: AnniKa von Triers neues Werk über Prinz Heinrich und die Sphinxen
Heute ist der 27.06.2026 und in Rheinsberg tut sich wieder etwas Spannendes. Die vielseitige Künstlerin AnniKa von Trier, die seit 1993 auf den Bühnen Berlins und Brandenburgs aktiv ist, hat ein neues Werk veröffentlicht, das die Herzen der Kunstliebhaber höher schlagen lässt. Unter dem Titel „LustWandeln oder Warum Prinz Heinrich die Sphinx versetzt hat“ beleuchtet sie nicht nur die faszinierende Geschichte des Prinzen Heinrich von Preußen, sondern auch die seiner oft unbeachteten Frau, Prinzessin Wilhelmine. Mit einer Mischung aus Fakten und Fiktion, die das Buch durchzieht, gelingt es AnniKa, uns in die Welt des 18. Jahrhunderts zu entführen.
Das Buch ist im Stil eines lückenhaften Tagebuchs verfasst und enthält zahlreiche Fotos, die die Erzählung lebendig machen. In den letzten fünf Monaten hat AnniKa als Stadtschreiberin in Rheinsberg recherchiert und sich intensiv mit den Sphinx-Skulpturen im Schlossgarten auseinandergesetzt. Dabei stellt sie Fragen zur Bedeutung dieser Figuren und zur damaligen Bibliothek, die Prinz Heinrich, ein belesener Mann, schätzte. Im Kontrast zu seinem Vater, Friedrich Wilhelm I., der mehr auf Disziplin setzte, inszenierte Heinrich Theaterstücke und lebte eine andere Art von Kunstverständnis.
Die Lese-Performance
Ein besonderes Highlight wird die Lese-Performance sein, die AnniKa von Trier anlässlich des 300. Geburtstags von Prinz Heinrich und Prinzessin Wilhelmine präsentiert. Diese findet im Zeitraum von Juni bis September 2026 statt, an den malerischen Orten der Sphinxtreppe im Lustgarten und dem Spiegelsaal von Schloss Rheinsberg. Hier wird sie die Geschichte der Sphinxen und die Entscheidung von Heinrich, diese 1762 versetzen zu lassen, erforschen. Die Termine stehen bereits fest: Am 18. Juli, 28. August und 18. September 2026 wird das Publikum eingeladen, sich von dieser besonderen Performance mitreißen zu lassen.
Regie führt die renommierte Theaterregisseurin Petra Ratiu, die sowohl in Rumänien als auch in Deutschland gearbeitet hat. Sie hat für ihre Inszenierung „Muttersprache Mamelosch“ Auszeichnungen erhalten und bringt damit eine gewisse Tiefe in die Aufführung. Die Veranstaltungen sind kostenlos, und es wird darum gebeten, sich aufgrund der begrenzten Platzzahl anzumelden. Spenden sind natürlich herzlich willkommen – schließlich soll die Kunst auch weiterhin blühen!
Kulturhistorischer Einblick
AnniKa von Trier, die internationale Anerkennung als Multimedia- und Performancekünstlerin genießt, lässt uns durch ihr neues Werk einen kulturhistorischen Blick auf das Leben von Anderslebenden im höfischen Preußen werfen. Ihre Erkundung der Freiheiten der Prinzessin Wilhelmine im Vergleich zur polnischen Fürstin Izabela Czartoryska gibt dem Leser ein Gefühl für die Herausforderungen und Möglichkeiten dieser Zeit. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel von Geschichte und Kunst, das uns dazu einlädt, über die Rolle der Frauen und deren Einfluss in der damaligen Gesellschaft nachzudenken.
Ein Rätsel, das im Buch gelöst wird, ist das der „Schwestern“, die sich gegenseitig gebären – sie stehen für Tag und Nacht. Solche poetischen Bilder sind es, die die Leser dazu anregen, tiefer in die Materie einzutauchen. AnniKas Stil ist frisch und lebendig, und ihre Fähigkeit, komplexe historische Themen auf eine verständliche Weise darzustellen, ist einfach bemerkenswert.
Das Buch „LustWandeln oder Warum Prinz Heinrich die Sphinx versetzt hat“ wird 2026 im AvT Verlag erscheinen, umfasst 128 Seiten und kostet 15 Euro. Ein kleiner Preis für einen großen Einblick in die Geschichte, die uns alle betrifft, auch wenn wir manchmal das Gefühl haben, im Alltag unterzugehen.
