RB54: Die unpünktlichste Bahnlinie in Berlin-Brandenburg
Der öffentliche Nahverkehr in Berlin und Brandenburg steht weiterhin in der Kritik, insbesondere wenn es um Pünktlichkeit geht. Die Regionalbahn RB54, die zwischen Löwenberg und Rheinsberg verkehrt, hat sich im Jahr 2025 als die unpünktlichste Bahnlinie in der Region etabliert. Laut dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) lag die Pünktlichkeitsquote der RB54 bei nur 64,2 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag diese Quote noch bei 71,8 Prozent und 2023 bei 70,7 Prozent. Trotz nur vier Haltestellen zwischen Löwenberg und Rheinsberg scheint die Pünktlichkeit der RB54 ein ernstes Problem zu sein, das nicht ignoriert werden kann. Quelle
Im ersten Halbjahr 2025 konnte die RB54 noch eine Pünktlichkeit von etwa 86 Prozent erreichen, doch nach vier Monaten Bauarbeiten fiel diese Quote auf circa 59 Prozent. Diese Bauarbeiten sowie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in Löwenberg, wie von NEB-Sprecher Holger Reimann erklärt, haben die Situation weiter verschärft. Ab Mai 2026 wird jedoch eine Verbesserung erwartet, wenn die RB12 wieder den Anschluss der RB54 von und nach Berlin übernimmt.
Pünktlichkeit im Vergleich
Die Pünktlichkeit der RB54 steht im Kontrast zu anderen Bahnlinien in der Region. So erreichte der Regionalexpress RE5 eine Pünktlichkeitsquote von 73,8 Prozent, während die RB55 von Hennigsdorf nach Kremmen mit bemerkenswerten 94,4 Prozent aufwartete. Auch der Prignitzexpress RE6 konnte mit 85,7 Prozent überzeugen, während die RB73 von Pritzwalk nach Neustadt (Dosse) eine herausragende Pünktlichkeit von 96,9 Prozent erzielte. Im Gesamtergebnis waren die Züge in Berlin-Brandenburg im Jahr 2025 zu 84,4 Prozent pünktlich, was im Vergleich zu 85,0 Prozent im Vorjahr einen Rückgang darstellt. Quelle
Besonders auffällig ist, dass kürzere Strecken außerhalb Berlins tendenziell besser abschneiden. Beispielsweise verzeichnete die RB35 zwischen Fürstenwalde und Bad Saarow eine beeindruckende Pünktlichkeit von 98,1 Prozent. Solche Zahlen werfen Fragen auf über die Faktoren, die zur Unpünktlichkeit der RB54 führen, trotz der relativ einfachen Streckenführung.
Der Blick nach vorne
Die Situation im Berliner Nahverkehr ist insgesamt als verbesserungswürdig einzustufen. Der ADAC hat die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Berliner Nahverkehrs untersucht und festgestellt, dass während der ersten Hälfte des Jahres 2024 die Pünktlichkeitsquote der S-Bahn bei 97 Prozent lag. Allerdings ergibt sich ein anderes Bild, wenn man die Kriterien des ADAC anlegt: Unter diesen Maßstäben sank die Pünktlichkeit der S-Bahn auf 53 Prozent, was zeigt, dass auch hier Handlungsbedarf besteht.
Die Herausforderungen im Berliner Nahverkehr sind vielfältig. Baustellen und die damit verbundenen Umleitungen stellen nur einige der Faktoren dar, die die Pünktlichkeit beeinträchtigen. Zudem erfasst der VBB nur Verspätungen ab fünf Minuten, während ausgefallene Züge nicht in die Statistiken einfließen. Quelle
Insgesamt bleibt zu hoffen, dass durch die bevorstehenden Änderungen, etwa den Anschluss der RB12, die Pünktlichkeit der RB54 und anderer Linien verbessert wird. Der öffentliche Nahverkehr in Berlin und Brandenburg hat das Potenzial, effizienter zu arbeiten, doch es bedarf einer gezielten Anstrengung, um die bestehenden Probleme zu beheben.
