Am 6. Juni 2026 wird in Halle wieder ein ganz besonderes Fest gefeiert: das „Sonnen“. Die Halloren, in ihren prächtigen roten und blauen Festtrachten, ziehen mit Musik und Fahnen zum Festplatz vor der Saline. Hier, wo die Geschichte des Salzes lebendig wird, wird der „Friedewirken“ zelebriert. Es ist ein Fest, das tief in der Geschichte verwurzelt ist, an die Salzarbeiter erinnert und die Traditionen der Bruderschaft pflegt, die seit Jahrhunderten besteht.
Halloren-Hauptmann Uwe Frosch zeigt sich optimistisch für die Zukunft dieser einzigartigen Gemeinschaft. Die Halloren sehen sich als Bindeglied zwischen der glorreichen Salzgeschichte Halles und der heutigen Zeit. Die Salzgewinnung hat das Leben der Stadt über Jahrhunderte geprägt, das wirtschaftliche Wohlergehen begünstigt und die kulturellen Strukturen beeinflusst. Tatsächlich reicht die Tradition der Salzgewinnung in Halle bis zu 5.000 Jahre zurück! Was für eine spannende Entwicklung!
Ein Fest mit Tradition
Die Wurzeln des Festes „Sonnen“ gehen bis ins Mittelalter zurück. Alle zwei Jahre, in geraden Jahren, versammeln sich die Halloren und ihre Gäste, um die alten Bräuche in einem bunten Programm zu feiern, das Musik, Tanz und traditionelle Zeremonien umfasst. Dabei wird das Fahnenschwenken, ein Höhepunkt des Festes, mit viel Geschick und Leidenschaft vorgeführt. Und der „Zappeltanz“? Ein sportlicher Wettkampf zwischen zwei Tänzern, der um die begehrte Brüderschaftsfahne gekämpft wird! Der Sieger darf sich auf einen Kuss einer „Hallorenbraut“ freuen – was gibt es Schöneres?
Ein weiterer Höhepunkt ist die Präsentation des historischen Silberschatzes der Halloren, der aus 96 silbernen Trinkgefäßen, Pokalen und anderen wertvollen Gegenständen besteht. Der älteste Silberbecher wurde im Jahr 1671 von den Bürgern der Stadt geschenkt. Diese Schätze sind nicht nur wertvoll, sondern erzählen auch Geschichten aus der Vergangenheit. Die älteste Urkunde der „Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle“ stammt aus dem Jahr 1409 und belegt die lange Tradition dieser Gemeinschaft.
Salz – Der Ursprung des Wohlstands
Salz war nicht nur ein wichtiger Rohstoff, sondern auch das Herzstück der Stadt Halle. Die geologischen Besonderheiten, wie die „Halle-Störung“, sorgten dafür, dass an dieser Stelle natürliche Solequellen mit hoher Salzkonzentration zutage traten. Im 8. Jahrhundert wurden die Solequellen auf dem Hallmarkt zu Brunnen erfasst, und im Mittelalter gab es bereits 116 Siedehütten in Halle. Salz war ein unverzichtbares Gut – es konservierte Lebensmittel und war ein bedeutendes Handelsprodukt, das die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum in Mitteleuropa machte.
Doch die Geschichte der Salzproduktion in Halle endete 1964 mit der Stilllegung der königlichen Saline. Heute ist die Brüderschaft der Salzwirker noch aktiv, zählt rund 50 Mitglieder und bewahrt die alten Bräuche sowie historische Gegenstände. Die Gemeinschaft kümmert sich um die Versorgung von Witwen und Waisen, eine Tradition, die aus der ursprünglichen religiösen Ausrichtung der Brüderschaft stammt. So bleibt auch die soziale Verantwortung ein wichtiger Teil des Erbes.
Egal, ob man ein alter Hase oder ein Neuling in Halle ist – das Fest „Sonnen“ ist ein Erlebnis für alle Sinne. Es zieht Menschen aus nah und fern an, die die Atmosphäre und die Geschichten rund um das Salz und die Halloren hautnah erleben wollen. Und wer weiß? Vielleicht wird auch der eine oder andere beim Zappeltanz zum Sieger erkoren und darf sich über einen Kuss freuen! Seien Sie dabei, wenn die Halloren am 6. Juni die Tradition lebendig halten und die Salzgeschichte feierlich in die Gegenwart tragen!