Von der Flucht zum Erfolg: Wards inspirierende Reise an der Medizinischen Hochschule Brandenburg
Die Luft war erfüllt von der Aufregung einer ganz besonderen Feier in Brandenburg. Am Samstag fand die Abschlussfeier der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) statt, und die Emotionen sprudelten nur so über. Ward Bitar, ein 21-jähriger Flüchtling aus Syrien, war einer der strahlenden Absolventen, der seinen Weg von einer unsicheren Zukunft in Brandenburg bis hin zur Verleihung seines Diploms gegangen ist. Vor elf Jahren kam er nach Deutschland, und jetzt hat er nicht nur eine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert, sondern auch 2019 mit dem Studium der Humanmedizin begonnen. Was für ein Weg!
Der junge Mann erhielt ein Stipendium vom Universitätsklinikum Brandenburg, das ihn verpflichtet, dort fünf Jahre zu arbeiten. „Ich bin Brandenburger durch und durch“, sagt er heute, mit einem Lächeln im Gesicht, das Hoffnung und Zuversicht ausstrahlt. In seiner Rede während der Abschlussfeier sprach er über die Herausforderungen, die er, wie viele seiner Kommilitonen, während der Corona-Pandemie erleben musste. Diese Zeit war geprägt von sozialer Isolation und oft nur Online-Unterricht. Der direkte Kontakt zu Lehrenden und Kommilitonen war rar, und die Hürden schienen manchmal unüberwindbar.
Ein Blick zurück auf die Studienzeit
Der Präsident der MHB, Prof. Hans-Uwe Simon, hielt eine bewegende Begrüßungsrede, in der er die Leistungen der Absolventen würdigte. Der Jahrgang verabschiedete nicht nur die Mediziner, sondern auch Absolventen der Psychotherapie und Versorgungsforschung. Ein ganzes Spektrum an Fachrichtungen, die sich der Verantwortung für das Wohl anderer Menschen verschrieben haben. Preise wurden an die Jahrgangsbeste und besonders engagierte Absolventen verliehen. Da war viel Applaus zu hören – ein wahrhaft emotionaler Moment!
Für viele war die Studienzeit eine Herausforderung. Das DAAD hat seit 2016 Programme ins Leben gerufen, um geflüchtete Studierende zu unterstützen. Die Corona-Pandemie hat die bestehenden Fluchtursachen noch verstärkt, und die Hochschulen mussten kreative Lösungen finden, um den Studierenden trotz aller Widrigkeiten ein Lernen zu ermöglichen. Viele Teilnehmende hatten nur Smartphones, instabiles Internet und keine Drucker oder Scanner. Wie das wohl war, die Hausaufgaben handschriftlich zu verfassen und dann die Fotos einzureichen? Ein Stück weit zeigt das die Entschlossenheit und den Erfindungsreichtum dieser jungen Menschen.
Musikalische Begleitung und persönliche Geschichten
Die Abschlussfeier wurde von Moderatorin Carla Kniestedt geleitet und musikalisch vom Berlin Jazz Ensemble begleitet. Die Klänge der Musik vermischten sich mit den persönlichen Geschichten der Absolventen, die ihre Erfahrungen und Herausforderungen mit dem Publikum teilten. Das Gefühl der Gemeinschaft war förmlich greifbar. In einer Zeit, die so viele Fragen aufwirft, war dies ein Moment des Feierns, des Zusammenhalts und des Neuanfangs.
Doch die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Die Programme des DAAD haben seit 2015 über 30.000 Studieninteressierte mit Fluchthintergrund unterstützt. Über 200 Hochschulen in Deutschland engagieren sich, um die Integration geflüchteter Menschen zu fördern. Das PROFI-Programm beispielsweise bereitet geflüchtete Fachkräfte mit akademischem Abschluss auf die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt vor. „Wir müssen sicherstellen, dass diese Talente nicht verloren gehen“, betont Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident des DAAD. Das ist eine Verantwortung, die wir alle tragen.
Wie wird es nun weitergehen für die frischgebackenen Absolventen? Die Herausforderungen mögen groß sein, aber mit der Unterstützung, die ihnen zuteilwurde, und ihrem eigenen Einsatz stehen die Türen weit offen. In der Hitze des Augenblicks, umgeben von Freunden und Familie, könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass die Welt wirklich zu ihren Füßen liegt.
