Luftkampf gegen den Eichenprozessionsspinner: Bad Wilsnack setzt auf Hubschrauber und Bodenstrategien
In der Prignitz, genauer gesagt in Bad Wilsnack, geht’s momentan hoch her! Am Montag nahm die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) ihren Anfang. Ein Hubschrauber, der zuvor in Sachsen-Anhalt unterwegs war, schwang sich in die Lüfte, um diesen lästigen Schädling zu bekämpfen. Und das ist dringend nötig, denn die Raupen sind nicht nur unschön anzusehen, sie können auch allergische Reaktionen hervorrufen. Man sieht sie oft in ihren spinnwebenartigen Nestern, die an Bäumen und Büschen hängen – ein Anblick, den man besser meiden sollte!
Das biologische Mittel Foray ES wird dabei mit Wasser verdünnt und aus der Luft versprüht. Die Bevölkerung wurde informiert, dass von dieser Maßnahme keine Gefahr ausgeht, aber es wird geraten, sich während des Einsatzes von den betroffenen Gebieten fernzuhalten. Das klingt nach einer durchdachten Strategie – und die Aktion soll bis Donnerstag andauern. Das Ziel? Bis Pfingsten rund 610 Hektar Fläche zu bearbeiten! Darunter etwa 280 Hektar im Raum Bad Wilsnack/Weisen und 180 Hektar im Amtsbereich Lenzen-Elbtalaue.
Einsatz aus der Luft und vom Boden
Aber damit nicht genug! Auch vom Boden aus wird der Eichenprozessionsspinner bekämpft – auf rund 267 Hektar. Die Bodenbekämpfung startet am Donnerstag rund um Wittenberge. Das Wetter spielt hierbei eine entscheidende Rolle: Kein Wind, kein Regen – nur dann sind die Erfolgschancen hoch. Und das biologische Mittel hat eine begrenzte Wirksamkeit von nur zehn Tagen, weshalb ein passender Zeitraum gefunden werden musste. Am Montag waren zwischen sechs und acht Starts vom Sportplatz Legde geplant, insgesamt sollen es 20 Flüge werden. Weitere Startpunkte gibt es in Eldenburg und Reetz. Ein echter Kraftakt!
Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf etwa 350.000 Euro für die Luft- und zwischen 5.000 und 6.000 Euro für die Bodenbekämpfung. Man könnte meinen, das ist eine Menge Geld, aber es handelt sich hier um ein gemeinsames Projekt von Landesbehörden und dem Landkreis Prignitz. Da steckt viel Arbeit und Planung dahinter!
Die Natur im Blick
Der Eichenprozessionsspinner, wissenschaftlich als Thaumetopoea processionea bekannt, ist eine heimische Schmetterlingsart in Deutschland. Diese kleinen Biester bevorzugen warmtrockene Bedingungen und sind nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Forstwirtschaft ein Problem. Ab dem dritten Larvenstadium, das heißt etwa von April bis Mai, werden die Raupen richtig unangenehm: Sie bilden Brennhaare, die mit Nesselgift versehen sind. Damit können sie Hautreaktionen wie Rötungen und Juckreiz auslösen. Und das ist noch nicht alles – auch Atemwegsreizungen sind möglich! In sehr seltenen Fällen kann sogar ein allgemeines Unwohlsein wie Fieber auftreten.
Um dem Eichenprozessionsspinner Herr zu werden, gibt es verschiedene Maßnahmen. Die nicht-chemischen Methoden umfassen mechanische und thermische Verfahren, sowie das Aufstellen von Warnschildern und Absperrungen. Chemische Bekämpfung ist auch eine Option, sollte aber, wie viele Experten empfehlen, nur als letzte Lösung in Betracht gezogen werden. Nachhaltiges Management ist hier das Zauberwort, insbesondere mit Blick auf die mögliche Ausbreitung der Schädlinge durch den Klimawandel. Es gibt sogar die Möglichkeit, Fadenwürmer auszubringen, die den Raupen zusetzen – das nennt man biologische Bekämpfung, aber Achtung: Das kann auch andere Schmetterlingsraupen schädigen. Da muss man also gut abwägen!
Das alles zeigt, wie wichtig es ist, die Natur im Blick zu behalten und verantwortungsvoll mit den verfügbaren Mitteln umzugehen. Denn letztlich sind Schädlinge wie der Eichenprozessionsspinner Teil eines natürlichen Kreislaufs – auch wenn sie uns gerade ziemlich auf die Nerven gehen.
