Am 30. März war es endlich so weit – in Perleberg wurden sechs prächtige Bronzeglocken in den Turm der St.-Jacobi-Kirche eingehoben! Ein ganz besonderer Moment, auf den die Evangelische Kirchengemeinde Perleberg lange gewartet hat. Die Glocken, die nun die Namen Josef, Maria, Matthias, Ludgerus, Anna und Barbara tragen, waren zuvor in der St.-Josef-Kirche in Essen, Kupferdreh, zuhause. Dort läuteten sie von 1961 bis 2014, bevor sie nun ein neues Zuhause in der Prignitz gefunden haben.

Der Einhub war ein wahrhaft spektakuläres Ereignis. Rund 200 Menschen versammelten sich auf dem Kirchplatz, um dem Schauspiel, das auch vom Evangelischen Posaunenchor und dem „Jungen Blech“ musikalisch untermalt wurde, beizuwohnen. Trotz des regnerischen Wetters war die Stimmung fröhlich. Gerhard Gundske, ein Vertreter des Ortskirchenrats, konnte seinen Enthusiasmus kaum verbergen, als er von einem jahrelangen Traum sprach, der nun in Erfüllung geht. Die neuen Glocken – mit einem Gesamtgewicht von 8,32 Tonnen – wurden mit einem Kran auf 37 Meter Höhe zur neuen Glockenebene transportiert. Ein echtes Meisterwerk der Technik! Der neue Glockenstuhl stammt von der Firma Müller aus Thalheim, basierend auf der Tragwerksplanung des Ingenieurbüros Kempe aus Dresden.

Einweihung mit Festakt

Die offizielle Einweihung der Glocken findet am Sonntag, dem 21. Juni, statt – und darauf kann man sich wirklich freuen! Um 15 Uhr geht es los mit dem Oratorium „Das Lied von der Glocke“ von Andreas Romberg, geleitet von Kantor Andreas Behrendt. Bürgermeister Axel Schmidt wird ebenfalls eine Grußrede halten, bevor um 16.30 Uhr das festliche Geläut der neuen Glocken ertönt. Die Feier wird mit einem Sektempfang und weiteren Grußworten im Pfarrgarten hinter dem Evangelischen Gemeindehaus ausklingen, wo um 19.30 Uhr eine Abendandacht stattfindet.

Die Glockenweihe hat eine lange Tradition innerhalb der evangelischen Kirche. Sie bezeichnet die Indienstnahme einer neuen Glocke für den Gottesdienst und wird oft durch den Ortspfarrer vorgenommen. Martin Luther hat sich damals gegen die „Glockentaufe“ ausgesprochen, die mit Waschungen und Salbungen verbunden war. Heute ist es üblich, Glocken nach biblischen Personen oder theologischen Konzepten zu benennen – ein Brauch, der auch in Perleberg fortgeführt wird.

Die Geschichte hinter den Glocken

Eine interessante Wendung in der Geschichte der neuen Glocken ist, dass sie 2021 ersteigert wurden, um die alten Stahlgussglocken abzulösen, die seit einem verheerenden Kirchturmbrand im Jahr 1916 in St. Jacobi verwendet wurden. Die fünf mittelalterlichen Bronzeglocken gingen damals verloren. Die Vorfreude auf die Einweihung ist also nicht nur eine Feier neuer Klänge, sondern auch ein Zeichen des Neuanfangs für die Gemeinde.

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Die Bauarbeiten am Kirchturm St. Jacobi sind noch nicht abgeschlossen. Der erste Bauabschnitt ist fast beendet, und im Mai beginnt der zweite, der die Sanierung der Fassade und die Stabilisierung des Giebelbereichs umfasst. Ein dritter Abschnitt zur Sanierung der Treppe im Turm ist ebenfalls geplant, abhängig von der Finanzierung. So bleibt die Gemeinde aktiv und engagiert, und man kann gespannt sein, wie sich die St.-Jacobi-Kirche im Laufe der kommenden Monate weiterentwickelt.

In einer Zeit, in der vieles im Fluss ist, bringt die Einweihung der neuen Glocken nicht nur musikalischen Glanz, sondern auch ein Stück Heimatgefühl zurück. Wenn sie dann am 21. Juni zum ersten Mal läuten, wird das sicher ein unvergesslicher Moment für alle Anwesenden werden!