Heute ist der 29.05.2026 und ich sitze hier in Perleberg, einem Ort, der in der Fleischbranche gerade turbulente Zeiten durchlebt. Die bedeutende Veränderung im deutschen Markt, die sich mit dem schrittweisen Rückzug von Vion ab Anfang 2024 ankündigte, hat nicht nur für Aufregung gesorgt, sondern auch für tiefgreifende Auswirkungen auf die gesamte Branche. Kaum ein Stein blieb auf dem anderen, denn Standortschließungen, Übernahmen und sogar kartellrechtliche Eingriffe haben die Landschaft verändert.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hat nun das Schlachthofranking für 2025 veröffentlicht, und die Zahlen sprechen für sich: In Deutschland wurden 44,91 Millionen Schweine gewerblich geschlachtet, was einem Anstieg von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Gegensatz dazu hat sich der heimische Schweinebestand stabilisiert, während die Schweinelieferungen aus dem Ausland dramatisch gesunken sind – um satte 43,2 Prozent. Das sind mehr als nur Zahlen. Das sind Schicksale von Landwirten und Betrieben, die sich in einem hart umkämpften Markt behaupten müssen.

Marktanteile und Übernahmen

Tönnies bleibt unangefochtener Marktführer mit 13,30 Millionen Schlachtungen, gefolgt von Westfleisch und Danish Crown. Gemeinsam haben Tönnies und Westfleisch einen Marktanteil von 46,4 Prozent. Das zeigt, wie konzentriert die Macht in den Händen weniger Unternehmen liegt. Besonders in Süddeutschland haben sich die Strukturen stark verändert. Der Vion-Standort in Crailsheim wird von Boeser Frischfleisch übernommen, während die Rinderstandorte Waldkraiburg und Buchloe in neue Hände von OSI Europe Foodworks und ABP Food Group übergehen sollen. Amüsant, dass die Übernahme durch Tönnies vom Bundeskartellamt untersagt wurde – da sieht man, wie wichtig es ist, den Wettbewerb im Auge zu behalten.

Die Situation könnte für Schweinehalter im Osten Deutschlands bald noch schwieriger werden, besonders nach der angekündigten Schließung des Fleischcenters Perleberg Ende 2025. Früher ein wichtiger Knotenpunkt, wird dieser Schritt logistische Herausforderungen mit sich bringen. Einzig der Schlachtstandort Landshut bleibt von den Umwälzungen verschont, da Marcher Fleischwerke die Mehrheit an der Betreibergesellschaft übernimmt. Hier zeigt sich eine gewisse Stabilität, die in der derzeitigen Lage wie ein Lichtblick wirkt.

Rohstoffsicherung und Zukunftsperspektiven

Die Rohstoffsicherung ist ein zentrales Thema für die Zukunft. Die drastisch geschrumpften Schweinebestände zwingen die Schlachtbetriebe dazu, langfristige Verträge anzubieten, um die Erzeuger zu binden. Ein Fokus auf deutsche Herkunft und die Verwendung deutscher Ferkel wird zunehmend wichtiger. Der Bedarf an Planungssicherheit in der Branche wird spürbar. Ob das letztlich die Qualität und die Preise beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.

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Die neuesten Zahlen zur Fleischproduktion in Deutschland zeigen, dass sich die Gesamtproduktion 2025 bei 6,9 Millionen Tonnen nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr bewegt hat. Ein leichter Rückgang um 0,2 Prozent oder 15.400 Tonnen gegenüber 2024 lässt Raum für spekulative Gedanken: Ist dies der Beginn einer Trendwende oder ein einmaliger Ausreißer?

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Schweinefleischsektor. Geschlachtete Schweine haben 2025 die 44,9 Millionen-Marke überschritten, mit einem Anstieg von 0,6 Prozent oder 259.700 Tieren. Auch die inländischen Schweine haben zugenommen, während importierte Schweine nahezu halbiert wurden. Ein Zeichen für die Rückbesinnung auf lokale Produkte?

Inmitten all dieser Veränderungen bleibt die Frage, wie sich die Branche in den kommenden Jahren weiter entwickeln wird. Mit einem Höchststand der Fleischproduktion von 8,3 Millionen Tonnen im Jahr 2016 sind wir weit entfernt von den glorreichen Zeiten. Doch könnte die derzeitige Stabilität auch eine Chance für Neuanfänge bieten? Wir werden sehen, wie sich die Dinge entwickeln, denn die Branche ist alles andere als langweilig – eher ein ständiges Auf und Ab.