Prignitz setzt auf Tourismus: Grüne Woche als großer Anziehungsmagnet!
Die Grüne Woche in Berlin steht vor der Tür und mit ihr die Möglichkeit, die Prignitz in einem strahlenden Licht zu präsentieren. Ab dem 17. Januar wird die Veranstaltung zahlreiche Besucher in die Berliner Messehallen ziehen. Die Alte Ölmühle aus Wittenberge wird das Catering für die Brandenburg-Halle übernehmen und hat sich mit einem veritablen Aufgebot von 30 Mitarbeitern gut aufgestellt. Geschäftsführer Jan Lange vermeldet, dass sie der größte private Gastronom auf der Messe sind, mit 180 Sitzplätzen und einer Weinlounge, die regionale Weine aus Brandenburg anbietet. Dies ist nicht nur eine Chance für die Ölmühle, sondern auch für die gesamte Region, mehr Gäste zu gewinnen und die kulinarischen Spezialitäten der Prignitz zu vermarkten, darunter Bierbratwurst vom Prignitzer Landschwein und Perleberger Senf in acht Varianten. Die Nordkurier berichtet von den großen Hoffnungen, die mit dieser Präsenz verbunden sind.
Tourismus in der Prignitz hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die vorläufigen Zahlen für das vergangene Jahr sprechen von über 500.000 Übernachtungen. Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz, hebt hervor, dass sich das Reiseverhalten der Deutschen nach der Corona-Pandemie verändert hat. Eine Tendenz zur Saisonverlängerung bis in den Herbst zeigt, dass die Menschen wieder Lust auf Reisen haben. Dennoch bemerkt er ein geändertes Ausgabeverhalten der Gäste, wobei der Umsatz pro Kopf in der Gastronomie nicht mehr auf dem Niveau vor der Pandemie liegt.
Gastronomie unter Druck
Die Gastronomie steht unter Druck, nicht nur durch veränderte Konsumgewohnheiten der Touristen, sondern auch durch eine Mehrwertsteuersenkung von 19% auf 7% für Speisen, die seit Januar 2023 gilt. Experten erwarten, dass diese Reduzierung nicht in vollem Umfang an die Gäste weitergegeben wird. Laskewitz betont, dass die Preise in der Gastronomie nicht weiter steigen werden – eine Hoffnung, die von vielen Gastronomen getragen wird, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Region ist der Elberadweg, der nach wie vor ein beliebter Anziehungspunkt für Radfahrer ist. Auch wenn er nicht mehr den ersten Platz in der ADFC-Radreiseanalyse einnimmt, bleibt Aktivurlaub in der Natur, insbesondere Radfahren, hoch im Kurs. Zukünftige Großveranstaltungen wie die 770-Jahr-Feier der Stadt Pritzwalk und die Landesgartenschau 2027 in Wittenberge stehen auf dem Programm, um den Tourismus weiter anzukurbeln.
Die wirtschaftliche Lage in der Prignitz
Doch wie sieht es abseits des Tourismus in der Prignitz aus? Trotz Herausforderungen wie Kurzarbeit und Entlassungen blicken Wirtschaftsförderer optimistisch auf das Jahr 2025. Die lokale Wirtschaft zeigt sich robust und ist nicht hauptsächlich von großen Unternehmen wie VW abhängig. Im Jahr 2024 blieb die Zahl der Handwerksbetriebe fast konstant, der Rückgang lag lediglich bei 0,1 Prozent. Diese Stabilität ist ein gutes Zeichen für die Region in angespannten Zeiten. MAZ Online hebt hervor, dass die Prignitz eine vitale Region bleibt, die alles tut, um resilient zu sein.
Spannend ist auch die Diskussion um die Blitzer in der Prignitz. Während feste Blitzeranlagen auf der B195, B189 und B5 seit über sechs Monaten außer Betrieb sind, setzt der Landkreis zunehmend auf mobile Messgeräte. Dies könnte langfristig Einfluss auf die Sicherheit und Attraktivität der Region haben, besonders für den Tourismus, sorgt doch eine reduzierte Unfallquote für ein besseres Gefühl bei Reisenden.
Insgesamt blickt die Prignitz einer Herausforderung, aber auch einer vielversprechenden Zukunft entgegen. Wenn es den regionalen Akteuren gelingt, die Stärken der Prignitz zu betonen und auf die veränderten Bedürfnisse der Gäste einzugehen, sollte sich der Tourismus weiterhin positiv entwickeln. Das Engagement beim Catering auf der Grünen Woche ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die einzigartigen Angebote der Region bekannt zu machen und neue Gäste zu inspirieren.
