Die Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat anlässlich eines feierlichen Jahresempfangs gleich vier wegweisende soziale Projekte mit der geschätzten Wichern-Plakette ausgezeichnet. Diese Ehrung erkennt innovative Einzelprojekte in der Diakonie an und soll den sozialen Pioniergeist in herausfordernden Zeiten stärken. Diakonie-Direktorin Ursula Schoen hebt die Bedeutung von kreativen Ansätzen zur Bekämpfung sozialer Missstände hervor und betont, dass in der aktuellen Lage Mut und Einfallsreichtum gefordert sind. Insgesamt betreibt die Diakonie mehr als 1.900 Einrichtungen in Berlin, Brandenburg und Sachsen, wobei diese Auszeichnung eine einmalige Gelegenheit darstellt, herausragende Leistungen in der sozialen Arbeit zu würdigen.

Unter den Preisträgern ist die Wichern-Diakonie in Frankfurt/Oder, die für ihr engagiertes Projekt zur Begleitung von Familien mit mehrfachbehinderten Kindern aus der Partnerkita Sumy in der Ukraine ausgezeichnet wurde. Diese Initiative zeigt die wichtige Brückenfunktion der Diakonie in Krisenzeiten, da jährlich Hilfstransporte organisiert werden und 15 Familien aus der Ukraine neue Wohnungen erhalten. Solche Maßnahmen verdeutlichen, dass die Diakonie weit mehr ist als nur ein Dienstleister – sie ist ein echter Partner für Menschen in Not.

Vielfalt der Projekte

Ein weiteres ausgezeichnetes Projekt ist „Vergiss mich nicht!“ des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte. Seit über zehn Jahren vermittelt dieses Vorhaben Paten an Kinder aus Suchtfamilien. In Berlin leben rund 100.000 Kinder, die in Wohnungen mit suchtkranken Eltern aufwachsen, und laut Statistik haben diese Kinder ein sechsfach höheres Risiko für eigene Suchterkrankungen. Die Patinnen und Paten bieten den Betroffenen wöchentliche Auszeiten vom oft schwierigen Alltag und stellen somit einen wichtigen Halt in ihrem Leben dar. Projektleiterin Anna Bandt hebt hervor, dass die Schaffung von Stabilität für die gesunde Entwicklung der Kinder von zentraler Bedeutung ist.

Des Weiteren wurde der Verein Sozialdiakonische Jugendarbeit Lichtenberg in Berlin geehrt, der mit seinem Engagement für die Demokratie bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren ausgezeichnet wurde. Die Eisschmiede in Pinnow, Uckermark, wurde ebenfalls prämiert und bietet eine ideale Begegnungsstätte mit abwechslungsreichen Veranstaltungen und Gemeinschaftsangeboten.

Inklusive Bildung im Fokus

Das Oberlinhaus Potsdam erhält ebenfalls eine Wichern-Plakette für seine inklusive Pflegeschule, die Platz für bis zu 150 Pflegekräfte bietet und somit einen wertvollen Beitrag zur Fachkräfteausbildung in der sozialen Arbeit leistet. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem Dokumentarfilm „Im Prinzip Familie“, der ein Jahr lang eine Wohngruppe des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks (EJF) begleitet hat. Diese filmische Dokumentation sensibilisiert für die Lebensrealitäten in der sozialen Arbeit und wird ebenfalls mit einer Auszeichnung gewürdigt.

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Die Wichern-Plakette ist nach Johann Hinrich Wichern benannt, einem Vorreiter der modernen Diakonie, der im 19. Jahrhundert bemerkenswerte Initiativen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern ins Leben rief. Er war der Überzeugung, dass soziale Fürsorge untrennbar mit Bildung und dem christlichen Glauben verbunden sein müsse. Wicherns innovative Ansätze zur Betreuung von Bedürftigen sind auch heute noch wegweisend.

Insgesamt verdeutlichen die ausgezeichneten Projekte, wie vielschichtig und wichtig die Arbeit der Diakonie ist. Sie zeigen uns, dass es in unserer Gesellschaft noch Raum für Nächstenliebe und Engagement gibt, und dass jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann – zur Verbesserung nicht nur seines eigenen Lebens, sondern auch das der Mitmenschen.

Für weitere Informationen über die ausgezeichneten Projekte besuche bitte die Seiten von Süddeutsche, Diakonie-Portal und Diakonie Stadtmitte.