Heute ist der 24.05.2026 und in Prenzlau geht es um etwas ganz Besonderes: Die Hill-Orgel von St. Marien. Sie ist nicht nur irgendein Instrument, sondern wird als der „Rolls-Royce unter den Orgeln“ bezeichnet. Und das aus gutem Grund! Riccardo Wittig, ein leidenschaftlicher Filmemacher, hat sich mit seinem neuen Werk „Eine Orgel für Prenzlau“ genau diesem Meisterwerk gewidmet. Über Monate hinweg hat er die Orgelbauer aus Eberswalde bei ihrer faszinierenden Arbeit begleitet und so die Geschichten und Herausforderungen, die mit dem Bau dieses prachtvollen Instruments verbunden sind, festgehalten.
Die Orgel selbst hat eine bewegte Geschichte. Erbaut wurde sie 1904 von der königlichen Orgelbauer-Firma Hill & Son in Kilbarchan, Schottland. Ein wahrhaftiger Kraftakt, denn sie musste in einer dreiwöchigen Kleinarbeit zerlegt und nach Deutschland transportiert werden. Der Aufbau in St. Marien begann erst im letzten Jahr und ist ein Prozess, der viel Geduld, Erfahrung und ein wenig Herzblut erfordert. Hannes Ludwig, der Kreiskantor, war dabei eine entscheidende Figur – ohne ihn wäre das Projekt wohl nicht so reibungslos verlaufen.
Ein Film voller Leidenschaft
Wittig zeigt in seinem Film nicht nur die Orgel, sondern auch die Menschen, die hinter diesem kulturellen Erbe stehen. Es geht um die Hingabe und Leidenschaft der Orgelbauer sowie um das wertvolle Wissen, das über Generationen hinweg weitergegeben wird. Ehrlich gesagt, das Gefühl, das der Film vermittelt, ist ansteckend! Bei der Premiere in der Jacobi-Kirche im Rahmen der Hill-Festtage waren zahlreiche Gäste anwesend – viele von ihnen waren Freiwillige, die beim Ausladen der Orgel halfen und somit Teil dieses einmaligen Projekts wurden.
Die Filmproduktion wurde durch verschiedene Institutionen unterstützt, darunter die Stiftung Kirche im Dorf und der Kirchenkreis Uckermark. Und wer sich diesen wunderbaren Film selbst ansehen möchte, hat Glück: Die DVD ist in der Prenzlauer Stadtinformation und beim Kirchenkreis Uckermark erhältlich. Das ist doch mal ein schöner Anlass für einen Besuch!
Die Bedeutung der Orgelkultur
Die Orgel ist mehr als nur ein Musikinstrument. Sie ist ein Teil unserer Kulturgeschichte, die ihre Wurzeln im hellenistischen Ägypten hat. Über Byzanz gelangte sie ins Frankenreich und wurde seit der Karolingischen Renaissance als Kulturgut stetig weiterentwickelt. In Deutschland gibt es etwa 50.000 Orgeln und 400 handwerkliche Orgelbaubetriebe. Die Vielfalt der regionalen Orgellandschaften, vom Norden bis zum Süden, ist beeindruckend und zeigt, wie lebendig die Orgelkultur hierzulande ist.
Tradition und Innovation gehen Hand in Hand, wenn es um die Entwicklung der Orgelmusik geht. Die Komponisten adaptieren stilistische Merkmale ihrer Zeit und das Orgelspiel selbst ist geprägt von Improvisation. Es gibt eine Vielzahl von Ausbildungsmöglichkeiten für angehende Orgelmusiker an Hochschulen und kirchlichen Einrichtungen. Diese Kunstfertigkeit wird in Deutschland lebendig weitergegeben und bleibt ein transkulturelles Erbe, das es wert ist, bewahrt zu werden.