Die Schließung eines Unternehmens ist oft mit Emotionen und Herausforderungen verbunden, besonders wenn es sich um eine traditionsreiche Tischlerei handelt. Nach 34 Jahren wird Fred Meith seine Tischlerei in Ringenwalde am 1. Dezember 2025 schließen. Die Gründe liegen auf der Hand: Unrentabilität und eine hohe Steuerlast, die den Gewinn fast vollständig auffrisst. So berichtet der Uckermarkkurier über das Schicksal der letzten Handwerkstischlerei zwischen Templin und Angermünde.

Fred Meith begann 1976 seine Ausbildung und machte 1991 den Schritt in die Selbstständigkeit. Zu Spitzenzeiten beschäftigte er sieben Mitarbeitende, doch aufgrund der gestiegenen wirtschaftlichen Herausforderungen arbeitete er zuletzt als Einzelkämpfer in seiner Werkstatt. Mit einem klaren Fokus auf die Restaurierung historischer Objekte war er stolz darauf, Massivholzmöbel, Türen und Fenster zu fertigen. Sein Engagement in der Denkmalpflege wurde 2016 mit dem Bundespreis gewürdigt.

Ein letzter Blick zurück

Bei der Verabschiedung von Fred Meith im Rahmen der Schließung seiner Tischlerei war auch Katrin Grothe, die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Uckermark, zugegen. Sie überreichte ihm eine Ehrenschale und ermutigte andere Handwerker, sich bei ähnlichen Problemen an die Kreishandwerkerschaft zu wenden. Aktuell zählt die Kreishandwerkerschaft nur 192 Innungsbetriebe – das sind lediglich 20 Prozent aller möglichen Mitgliedsunternehmen.

Nach der Schließung hat Meith bereits Pläne geschmiedet: Er wird sich im Templiner Eisenbahnverein engagieren und weiterhin in seiner Werkstatt tätig sein. Damit bleibt er nicht nur seiner Leidenschaft treu, sondern bleibt auch der Region verbunden.

Die rechtlichen Schritte zur Schließung

Die Schließung einer GmbH, wie sie bei Meiths Tischlerei wahrscheinlich geplant war, folgt einem klaren rechtlichen Prozess. Im ersten Schritt ist ein Gesellschafterbeschluss erforderlich, der in der Regel eine 75-prozentige Mehrheit benötigt, um die Auflösung einzuleiten, wie Ecovis erklärt. Liest man sich durch die Details, wird schnell klar: Die GmbH in Liquidation muss im Handelsregister bezeichnet werden, und Liquidatoren werden bestellt, um die laufenden Geschäfte abzuwickeln.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Diese Liquidatoren tragen die Verantwortung, sämtliche Verpflichtungen zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass noch offene Forderungen geklärt werden. In der Regel muss während des Sperrjahres kein Vermögen an Gesellschafter ausgeschüttet werden, um sicherzustellen, dass Gläubiger nicht zu kurz kommen. Wenn alle Verbindlichkeiten beglichen sind, können die verbleibenden Vermögenswerte an die Gesellschafter verteilt werden.

Im Falle von Fred Meith ist die Schließung nicht nur ein geschäftlicher Rückschlag, sondern auch ein Verlust für die Gemeinschaft der Handwerker in der Region. Doch er hat sich entschlossen, die Herausforderungen anzunehmen und neue Wege zu gehen.