In der kleinen Gemeinde Carwitz, wo die Luft nach frisch gemähtem Gras duftet und die Zeit stillzustehen scheint, gibt es bald einen ganz besonderen Abend. Stefan Knüppel, der leidenschaftliche Leiter des Hans-Fallada-Museums, wird aus dem Buch „Heute bei uns zu Haus“ lesen. Ein Buch, das nicht nur die Feder, sondern auch das Herz des bekannten Schriftstellers Hans Fallada lebendig macht.
Die Lesung findet in einem stimmungsvollen Rahmen statt und verspricht, die Zuhörer in die Welt von Fallada zu entführen – und das mit musikalischer Begleitung des talentierten Dresdner Gitarristen Frank Fröhlich. Was gibt es Schöneres, als bei einem Gläschen Wein den Erzählungen über das Familienleben von Fallada zu lauschen? Die Geschichten aus seinem Alltag, die von Hunden, Kühen, Pferden und den Herausforderungen des Schriftstellerlebens erzählen, werden durch exklusive Bilder aus dem Museum ergänzt und schaffen eine Atmosphäre, die das Gefühl von Heimat und Verbundenheit transportiert.
Einblicke in Falladas Leben
Hans Fallada lebte in Carwitz mit seiner Frau Suse und den Kindern Uli, Mücke und Achim. Das Familienleben war geprägt von der Natur, den Tieren und dem direkten Kontakt zu den Nachbarn. Man kann sich gut vorstellen, wie die Kinder mit ihrem Hund Brumbusch durch die Wiesen tollten, während Fallada an seinem Schreibtisch saß und die Worte flossen – immer wieder unterbrochen mit dem Ausruf „Ruhe, jetzt wird gearbeitet!“. Dieser Satz, der wie ein Mantra für jeden Kreativen klingt, lässt erahnen, wie wichtig ihm der Fokus war.
In den Carwitzer Jahren umgab sich Fallada mit einer umfangreichen Sammlung an Schellackplatten, auf denen alles von aktuellen Schlagern bis hin zu klassischen Melodien zu finden war. Diese Musik hat Frank Fröhlich für die Lesung arrangiert – ein weiterer Genuss, den das Publikum erwarten darf. Und für alle, die gerne etwas länger bleiben möchten, wird es auch ein Getränkecatering geben!
Ein Abend voller Emotionen
Der Einlass zur Veranstaltung beginnt bereits um 18:30 Uhr – perfekt, um sich einen Platz zu sichern und das Ambiente auf sich wirken zu lassen. Und für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gibt es gute Nachrichten: Der Zugang zur Veranstaltung ist barrierefrei. Personen mit einem Schwerbehindertenausweis können sogar eine Begleitperson kostenfrei mitnehmen, was sicherlich für viele eine Erleichterung darstellt.
Tickets für dieses einmalige Ereignis sind im Dominikanerkloster/KlosterCafé, in der Stadtinformation oder ganz bequem online unter www.reservix.de erhältlich. Wer hätte gedacht, dass ein Abend, der sich mit einem Schriftsteller beschäftigt, der in den 1920er Jahren unter dem Pseudonym Hans Fallada bekannt wurde, so viel mehr bieten kann als nur Literatur? Es ist ein Fest der Sinne, das in die tiefen Abgründe und die lichtvollen Höhen des Lebens eintaucht.
Ein Leben voller Geschichten
Hans Fallada, der eigentlich Rudolf Ditzen hieß, hatte eine bemerkenswerte Karriere. Sein erster Roman, „Der junge Goedeschal“, wurde 1920 veröffentlicht. Der Name „Fallada“ könnte von dem sprechenden Pferd Falada aus dem Märchen „Die Gänsemagd“ inspiriert sein – das passt irgendwie, oder? In den 1930er Jahren erlangte er dann richtig Erfolg. Sein Werk „Kleiner Mann – was nun?“ ist ein Klassiker, der auch heute noch Leser in seinen Bann zieht.
Sein Leben war jedoch nicht nur von literarischem Erfolg geprägt. Nach einer kurzen Haftzeit und einem Umzug nach Carwitz fand er dort neuen Frieden und Inspiration. Bis zu seinem Tod war Fallada ein faszinierender und oft tragischer Charakter, dessen Geschichten uns bis heute berühren und zum Nachdenken anregen. Der Abend in Carwitz ist eine wunderbare Gelegenheit, in diese Welt einzutauchen und die Facetten seines Lebens und Schaffens zu erkunden.