Am Dienstag versammelten sich in Prenzlau zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten sowie Vertreter der Zivilgesellschaft vor dem Rathaus zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Internationalen Tags „Nein zu Gewalt an Frauen“. Wie der Uckermark Kurier berichtet, wurde dieser Aktionstag in diesem Jahr zum 20. Mal begangen und zelebriert das diesjährige Motto: „Ein starkes Netz gegen Partnerschaftsgewalt“. Ziel ist es, ein wirksames Sicherheitsnetz für betroffene Frauen zu schaffen.

Landrätin Karina Dörk nahm die Gelegenheit wahr, um eindringlich auf die Tatsache hinzuweisen, dass häusliche Gewalt keine Privatangelegenheit ist. „Hinschauen und reden statt wegsehen und schweigen“ forderte sie und appellierte an alle Anwesenden, mehr öffentliche Aufmerksamkeit sowie mehr Schutzräume für Betroffene zu schaffen. Während der Veranstaltung wurden Plakate und Fahnen, darunter rote Fahnen und Friedenstauben, gezeigt, die die Botschaft des Tages verstärkten.

Die alarmierende Realität

Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Laut der polizeilichen Kriminalstatistik gab es allein in der Uckermark im vergangenen Jahr 361 Fälle häuslicher Gewalt, darunter 51 Fälle bei Kindern und Jugendlichen. Ein besorgniserregender Umstand ist die hohe Dunkelziffer, die auf eine erhebliche Untererfassung der Taten hindeutet. Dennoch kann ein Lichtblick verzeichnet werden: Die Aufklärungsquote der angezeigten Taten liegt bei 100 Prozent.

Weltweit ist die Lage jedoch noch dramatischer. Alle zehn Minuten wird eine Frau oder ein Mädchen Opfer tödlicher Gewalt im familiären Umfeld, wie die Zahlen von srf.ch zeigen. Im Jahr 2024 wurden rund 83.000 Frauen gezielt getötet, wobei in 60 Prozent der Fälle Partner oder Familienmitglieder die Täter waren. Besonders auffällig ist der hohe Anteil von Frauenmorden in Afrika, gefolgt von Amerika, während Europa und Asien deutlich dahinter liegen.

Ein Aufruf zum Handeln

Die Forderungen an die Gesellschaft sind klar: Es braucht mehr Aufmerksamkeit, um das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen. „Hinschauen, handeln, schützen – gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“, lautete die eindringliche Botschaft der Versammlung. Der Aktionstag hebt hervor, dass nach wie vor verstärkt gegen die Ursachen von Femiziden, wie falsch verstandene Männlichkeit und patriarchale Muster, angegangen werden muss.

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Ein weiteres erschreckendes Detail: In Deutschland verzeichnete die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2024 fast 136.000 Fälle von Gewalt in Partnerschaften, während 308 Frauen und Mädchen aufgrund von Gewalttaten starben, und 191 dieser Taten wurden von Partnern oder Ex-Partnern verübt. Die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen in Deutschland nimmt beständig zu, mit fast 266.000 Opfern im Jahr 2024, wie die ZDF Heute berichtet.

Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Behörden, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft. Es ist an der Zeit, dass jede einzelne Person ihren Teil dazu beiträgt, dass Gewalt gegen Frauen nicht mehr toleriert wird und die Stimmen der Betroffenen Gehör finden. Nur gemeinsam kann ein durchschlagendes Zeichen gegen diesen gesellschaftlichen Missstand gesetzt werden.