Am Montagabend sorgte die WR-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Meinhard für reges Interesse: Über 500 Bürgerinnen und Bürger strömten ins Bürgerhaus von Grebendorf. Davon verfolgten etwa 300 Gäste die Diskussion vor Ort und über 230 Zuschauer schalteten online ein. Die Diskussion, die von Tobias Stück, dem Redaktionsleiter der Werra-Rundschau, moderiert wurde, erstreckte sich über mehr als zwei Stunden und bot den vier Kandidaten ausreichend Gelegenheit, ihre Positionen darzulegen und Fragen zu beantworten. Kandidaten, die sich um die Nachfolge von Gerhold Brill (parteilos) bemühen, der im Mai aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste, sind: Olaf Templin (ÜWG), Guido Hasecke (CDU), Michael Pack (SPD) und Michael Bau (parteilos) (Werra-Rundschau).

Ein zentrales Thema, das die Gemüter heizte, war der Kindergartenneubau in der Gemeinde, der von allen Seiten unterschiedlich bewertet wurde. Hier kam Templin mit einem Vorschlag ins Spiel, die Kosten für Sanierung und Neubau über 20 bis 30 Jahre zu vergleichen und eine Obergrenze von 4 Millionen Euro für einen Neubau festzulegen. Hasecke schlug hingegen Containerlösungen für die bestehenden Kitas vor und schätzte die Erhaltungskosten auf 440.000 Euro. Bau wies den Neubau zurück und befürwortete Anbauten an den bestehenden Einrichtungen, während Pack eine Übergangslösung in Form einer Mietkita diskutierte und auf zukünftige Fördermittel hofft.

Wichtige Themen zur Meinungsbildung

Alle Kandidaten stimmten darin überein, dass der Bedarf an altersgerechtem Wohnen und Pflegediensten in Meinhard enorm ist. Bau stellte ein Seniorenheim auf dem gemeindeeigenen Grundstück am Ziegelweg in Aussicht. Templin möchte eine generationsübergreifende Lösung am Ziegelweg entwickeln, während Hasecke den Neubau einer Kita ablehnt, jedoch eine Seniorenanlage favorisiert. Eine bereits existierende Herausforderung, auf die Templin hinwies, ist der langsame Glasfaserausbau, bei dem er plant, die Deutsche Glasfaser mit einer Frist zu konfrontieren. Bau äußerte Optimismus über private Investitionen in den Glasfaserausbau, während Pack auf Fördermittel für die Wärmeleitplanung verweist (Hessische/Niedersächsische Allgemeine).

Die Finanzfragen kamen ebenfalls zur Sprache: Während Bau und Pack Steuererhöhungen ablehnen, sieht Hasecke sie als unvermeidbar an. Templin hingegen möchte die Kassenlage zuvor abwarten. Die Ansätze zur Optimierung der Haushaltsführung waren vielfältig: Templin setzt auf eine Verbesserung der Arbeitsprozesse, Pack auf Fördermittel, Hasecke auf die Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten sowie Bau auf begrenzte Investitionen. Auch Themen wie Tourismus und Unternehmensansiedlungen fanden ihren Platz in der lebhaften Debatte.

Info zur Wahl

Die Bürgermeisterwahl in Meinhard steht am Sonntag, den 24. August an. Die Bürger sind eingeladen, ihre Stimme abzugeben, wobei die Wahlberechtigten, wie bei Kommunalwahlen üblich, mindestens 18 Jahre alt sein müssen. Kommunalwahlen, die die lokale Vertretung des Volkes betreffen, sind geprägt von regionalen Themen und unterscheiden sich durch ihre spezifischen Wahlgesetze von Bundesland zu Bundesland (Bundeszentrale für politische Bildung).

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Die gesamte Diskussion kann zudem auf dem Youtube-Kanal der Werra-Rundschau nachverfolgt werden, um sich umfassend über die Positionen der Kandidaten zu informieren.