Heute ist der 25.04.2026 und die Gemeindevertretung in Meinhard hat einen bedeutenden Wechsel vollzogen. In einer Sitzung, die im beschaulichen Grebendorf stattfand, wurde Gene Zinngrebe von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (ÜWG) zum neuen Vorsitzenden gewählt. Zinngrebe, ein 36-jähriger Familienvater von zwei Kindern, setzte sich mit 15 zu 8 Stimmen gegen den Amtsinhaber Michael Pack von der SPD durch. Bürgermeister Olaf Templin eröffnete die Sitzung und nutzte die Gelegenheit, um den ausgeschiedenen Ortsvorstehern für ihre Arbeit zu danken.
Zinngrebe, der in der Werkzeugmaschinenbau-Branche tätig ist, sprach sich für einen Neuanfang und eine respektvolle Zusammenarbeit innerhalb der Gemeindevertretung aus. Michael Pack, der mit 51 Jahren auf seine langjährige Erfahrung setzte, konnte seinem Herausforderer nicht standhalten. Zinngrebe übernahm die Sitzungsleitung von Gerhard Pippert (SPD), der ebenfalls in der neuen Konstellation als Stellvertreter fungiert. Gemeinsam mit Isabell Menthe (ÜWG) und Bernhard Mensing (CDU) wird er die Geschicke der Gemeinde leiten.
Ein einstimmiger Start ins neue Mandat
Der neu gewählte Gemeindevorstand wurde einstimmig gewählt und setzt sich aus einer bunten Mischung der Parteien zusammen: Niclas Krannich (ÜWG), Utta Laumann (SPD), Norbert Wosnik (CDU), Herbert Wicke (ÜWG), Dirk Funke (SPD), Sabine Leitner (ÜWG) und Harald Küstner (SPD) werden gemeinsam die Geschäfte führen. Auch die Ausschusswahlen fanden ohne Gegenstimmen statt, was auf einen starken Wunsch nach Zusammenarbeit hindeutet. Die Mitglieder der Haupt-, Finanz-, Bau- und Umweltausschüsse sowie der Jugend-, Kultur-, Sozial- und Friedhofsausschüsse kommen aus den Reihen der ÜWG, SPD und CDU.
Das Ziel der neuen Legislaturperiode ist klar: Es geht um Sacharbeit, gegenseitigen Respekt und eine breite Zustimmung bei Entscheidungen. Dieser Ansatz könnte nicht nur die Gemeindepolitik beleben, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger stärker in die politischen Prozesse einbinden.
Wiz-O-Mat: Ein neuer Weg zur politischen Orientierung
In einem weiteren Schritt zur Förderung der politischen Beteiligung wird in Witzenhausen das digitale Orientierungsangebot „Wiz-O-Mat“ zur Kommunalwahl 2026 eingeführt. Dieses überparteiliche, nicht-kommerzielle Tool soll Wählerinnen und Wählern helfen, die Positionen der lokal antretenden Parteien besser einordnen zu können. Ziel ist es, die Wahlbeteiligung zu steigern, die traditionell bei Kommunalwahlen niedriger ist als bei Bundestagswahlen.
Der Wiz-O-Mat ermutigt insbesondere junge Menschen und Erstwählende, sich aktiv mit kommunalpolitischen Themen auseinanderzusetzen. Nutzer können sich zu verschiedenen Thesen positionieren und erhalten anschließend eine Übersicht über die Übereinstimmungen mit den Parteien. Das Tool gibt keine Wahlempfehlung, sondern dient der politischen Orientierung und ist ab dem 1. März 2026 unter www.wiz-o-mat.de kostenlos zugänglich.
Mit einer Initiative, die von Isabell Rzepecki und Damian Paderta ins Leben gerufen wurde, soll der Zugang zur Kommunalpolitik erleichtert und die Diskussion über lokale Themen angestoßen werden. Alle zur Kommunalwahl antretenden Parteien wurden eingeladen, ihre Positionen zu den speziell für Witzenhausen entwickelten Thesen einzureichen.
Die Veränderungen in der Gemeindevertretung und die Einführung des Wiz-O-Mat sind Schritte in die richtige Richtung. Sie versprechen, die politische Landschaft in Meinhard zu beleben und die Bürger näher an die Entscheidungsprozesse heranzuführen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Entwicklungen auswirken und ob der Wunsch nach respektvoller Zusammenarbeit und Sacharbeit tatsächlich in die Tat umgesetzt werden kann.