In Templin gibt es jetzt einen neuen Blick auf die Vergangenheit. Marlies Born überraschte die Öffentlichkeit, als sie das Foto eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes der SED-Kreisleitung in der Robert-Koch-Straße entdeckte. Das Bild stammt von Martin Giegler und wurde 2009 aufgenommen, wenige Jahre bevor das Gebäude, das seit 2010 nicht mehr steht, abgerissen wurde. Auf dem Areal steht heute ein moderner Supermarkt mit Parkplatz, der für viele Templiner zum Alltag gehört. Ein urbaner Wandel, der manche Erinnerungen aufleben lässt.

Das Ursprungsgebäude, erbaut 1927 in der damals Bismarckstraße, diente anfangs als Finanzamt und Katasteramt. Joachim Krämer, der 1967 dort als Lehrling tätig war, berichtete, dass in dem Gebäude zeitweise auch die Abteilung Landwirtschaft des Rates des Kreises untergebracht war. „Man wusste immer, wo man hinmusste“, sagte Krämer nostalgisch. Die Erinnerungen scheinen allerdings bei vielen geblieben zu sein, denn mehrere Personen konnten das Gebäude identifizieren, darunter Klaus Preuß aus Milmersdorf und der Rettungsassistent Hans Dura, dessen Arbeitsstelle gegenüber der SED-Kreisleitung lag.

Veränderungen über die Jahre

Im Lauf der Jahrzehnte erlebte das Gebäude viele Wandlungen. Ute Schröder erinnerte sich daran, dass der ehemalige Sitz der SED-Kreisleitung auch für andere Zwecke genutzt wurde, darunter eine Bildungseinrichtung und eine Videothek, bevor es schließlich leerstand. „Es war wie ein stummer Zeuge der Zeit“, bemerkte sie. Die SED-Kreisleitung hatte von den 1950er Jahren bis zur Wende 1990 eine zentrale Rolle in der regionalen politischen Repräsentation und Verwaltung gespielt.

Von den insgesamt 262 SED-Kreisleitungen in der DDR war die in Templin nicht einzigartig. Informationen darüber, wie diese Institutionen strukturiert waren, geben einen Einblick in die damalige Zeit. Die Kreisleitung verfügte über ein gewähltes, ehrenamtliches Gremium, das Mitarbeiter angestellt hatte und verschiedene Sekretäre für spezielle Aufgabenbereiche wie Wirtschaft oder Agitation und Propaganda beschäftigte. Im Hinblick auf die lokale Verwaltung hatte die Kreisleitung großen Einfluss auf staatliche Organe sowie die politischen Abläufe im Landkreis.

Der Abriss und der neue Supermarkt

Der Abriss des Gebäudes 2009, genehmigt von den Templiner Stadtverordneten, fand nach intensiven Diskussionen statt. Die Entscheidung fiel, um Raum für eine neue Penny-Filiale zu schaffen, die 2011 eröffnet wurde. Ein weiteres Zeichen des Wandels in Templin, wo alte Strukturen und Erinnerungen dem modernen Einkaufserlebnis weichen mussten.

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Die Bedeutung der SED-Kreisleitungen, wie auch die in Templin, bleibt Teil der Geschichtsschreibung der DDR. Auch wenn die Gebäude selbst verschwunden sind, werden die Geschichten und die Erinnerungen der ehemaligen Nutzer weiterhin lebendig gehalten. Es gilt, diesen Teil der Geschichte vor dem Vergessen zu bewahren: Wer kennt nicht die Geschichten von früher, die den Alltag in der Stadt geprägt haben? Das Interesse daran, wie die politische Landschaft damals aussah, bleibt hoch, und so werden auch die Erzählungen rund um die ehemalige SED-Kreisleitung in Templin nicht enden.

Nordkurier berichtet, dass …, während Hidden Places interessante Einblicke in die Struktur dieser Institutionen bietet. Wer mehr über die Überreste und Aufgaben der SED zu erfahren möchte, findet im Bundesarchiv eine umfangreiche Sammlung an Informationen.