Am 24. Februar 2026 verabschiedete sich Marlen Petermann, eine beliebte Verkäuferin im Edeka-Markt in der Vietmannsdorfer Straße, nach 32 Jahren in den Ruhestand. Ihre Kolleginnen und Kollegen, unter der Leitung von Silke Krüger, der Chefin des Marktes, hielten ein herzlicher Abschied mit einem Ständchen für sie ab. Petermann, bekannt für ihre Kompetenz und Zuverlässigkeit, verkaufte an ihrem letzten Arbeitstag mit einem Einkaufswagen, der mit kleinen Aufmerksamkeiten gefüllt war. Die Edeka-Filiale, die am 28. November 1994 eröffnet wurde, erlebte mit der Übernahme durch die Edeka Handelsgesellschaft Nord im Jahr 1999 einen bedeutenden Wandel. Silke Krüger, die von Anfang an als Kassenleiterin tätig war und später die Verantwortung als Unternehmerin übernahm, wird nun einen Nachfolger für Petermann suchen, die den Kontakt zu ihren Kunden und Kollegen sehr schätzte.
Sybille Peters, eine Kollegin von Petermann, beschreibt sie als liebenswürdig und humorvoll. Petermann hat den Beruf der Verkäuferin von ihrer Mutter gelernt und freut sich nun auf die Rente, plant aber auch, ihre ehemaligen Kunden und Mitarbeiter zu vermissen. Gemeinsam mit ihrem Mann Klaus, der ebenfalls bald in den Ruhestand geht, möchte sie mehr Zeit mit ihrem Camper verbringen und plant unter anderem Reisen nach Kroatien.
Kundenbindung im Einzelhandel
Die Verabschiedung von Marlen Petermann wirft ein Licht auf die Herausforderungen und Trends im Einzelhandel, insbesondere in Bezug auf die Kundenbindung. In diesem Bereich sind Kundentreueprogramme weit verbreitet, da sie sowohl für Verbraucher als auch für Händler zahlreiche Vorteile bieten können. Diese Programme, sei es in Form von physischen Kundenkarten oder Apps, zielen darauf ab, den Kunden Mehrwerte wie Treuepunkte, Rabatte oder exklusive Vorteile zu bieten. Gleichzeitig fördern sie die Kundenbindung und können zur Umsatzsteigerung beitragen.
Professor Stephan Rüschen von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg hebt hervor, dass es sowohl Vor- als auch Nachteile von Multipartnerprogrammen gibt. Während Kunden die Möglichkeit haben, bei verschiedenen Händlern zu sammeln und einzulösen, verlieren die Händler oft die Kontrolle über die Programme. Dies führt dazu, dass einige Händler, wie Nordsee, Hellweg und Jysk, sich entschieden haben, ihre Partnerschaften mit Programmen wie Payback zu beenden und eigene Loyalitätsprogramme zu entwickeln, um mehr Kontrolle über ihre Kundendaten zu erlangen.
Entwicklung von Kundenbindungsprogrammen
Auf internationaler Ebene haben Unternehmen wie Carrefour in Frankreich und Tesco in Großbritannien früh Kundenbindungsprogramme eingeführt, die als Vorbilder für viele deutsche Supermärkte dienten. Lidl und Kaufland haben in den letzten Jahren eigene Programme implementiert, die Millionen von Downloads verzeichnen konnten. Besonders relevant ist, dass Kaufland-Card mittlerweile in acht Ländern verfügbar ist und 60% der ausgegebenen Karten aktiv genutzt werden.
Die Effektivität solcher Programme wird jedoch weiterhin diskutiert. Wichtige Aspekte sind die Gestaltung der Loyalty-Apps und die Funktionen, die von den Nutzern geschätzt werden. Eine Studie zeigt, dass es entscheidend ist, die Zielgruppe und deren Bedürfnisse zu verstehen, um die Erwartungen der Kunden zu erfüllen und ihnen einen attraktiven Mehrwert zu bieten. Trotz der Bedeutung von Preis und Nähe zum Supermarkt sind viele Kunden nicht bereit, für ein Bonusprogramm weite Wege auf sich zu nehmen.
Die Verabschiedung einer so geschätzten Verkäuferin wie Marlen Petermann zeigt, dass der persönliche Kontakt und die Bindung zu den Kunden im Einzelhandel nach wie vor von großer Bedeutung sind. Auch wenn die digitale Kundenbindung weiter an Relevanz gewinnt, bleibt der menschliche Faktor unersetzlich. Für Marlen Petermann und ihre ehemaligen Kollegen im Edeka-Markt in Templin ist dies ein neuer Abschnitt, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen in der sich ständig verändernden Welt des Einzelhandels mit sich bringt.
Für weitere Informationen zu den Themen Kundenbindung und Einzelhandel können Sie die Artikel auf Nordkurier, Knistr und KPMG besuchen.