Ein Blick in die geheimnisvolle Unterwelt der St.-Marien-Kirche in Frankfurt (Oder)
In der charmanten Stadt Frankfurt (Oder) wird ein spannendes kulturelles Highlight angeboten: Ab dem 6. Mai beginnen die öffentlichen Sonderführungen in der beeindruckenden St.-Marien-Kirche. Um 16.00 Uhr startet die erste Führung mit dem Titel „Streifzug durch die Unterwelt – Eine Führung zu Bestattungsorten und durch Kellergewölbe der Marienkirche“. Diese einmalige Gelegenheit bietet den Teilnehmern faszinierende Einblicke in die Bestattungspraktiken der Stadt und die geheimnisvollen Kellergewölbe der Kirche, die vor 250 Jahren ein beliebter Ort für städtische Persönlichkeiten und Bürgerfamilien waren.
Die Führung führt unter anderem durch das Greiffenpfeil’sche Erbbegräbnis und das restaurierte barocke Erbbegräbnis im südlichen Seitenschiff. Die Teilnehmer können sich auf spannende Erzählungen über die Begräbniskultur in der Frankfurter Marienkirche und die sich verändernde Gedächtniskultur nach der Reformation freuen. Dabei ist die Teilnehmerzahl auf 15 Personen begrenzt, und es ist eine Mindestanzahl von fünf Personen erforderlich. Die Führung eignet sich allerdings nicht für mobilitätseingeschränkte Personen oder Kinder unter 14 Jahren.
Eintritt und Reservierung
Die Tickets kosten 5,00 Euro und sind am Veranstaltungstag ab Kirchenöffnung im Shop von St. Marien erhältlich. Reservierungen sind ab dem 22. April möglich und sollten 14 Tage vor dem Termin telefonisch unter 0335 22442 oder persönlich im Info- und Shop-Bereich der Kirche vorgenommen werden. Wichtig ist, dass reservierte Tickets am Veranstaltungstag bis 30 Minuten vor Führungsbeginn abgeholt und bezahlt werden müssen.
Die St.-Marien-Kirche: Ein historisches Juwel
Die St.-Marien-Kirche in Frankfurt (Oder) ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein bedeutendes historisches Monument. Die Kirche wurde über mehr als 250 Jahre im mittelalterlichen Stil erbaut und zählt zu den größten Gebäuden der norddeutschen Backsteingotik. Mit einer Länge von 77 Metern und einer Breite von 45 Metern besticht sie durch ihre beeindruckende Architektur, die ein fünfschiffiges Langhaus, ein Querschiff und einen Umgangschor umfasst.
Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zwar stark beschädigt, konnte jedoch in ihren Grundzügen rekonstruiert werden. Heute ist sie ein wichtiges soziokulturelles Zentrum und ein Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche gehört zum Kirchenkreis Oderland-Spree der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und zieht mit ihren vielfältigen Veranstaltungen und Ausstellungen zahlreiche Besucher an.
Ein Blick in die Geschichte
Die St.-Marien-Kirche hat eine bewegte Geschichte. Der Ursprungsbau wurde im Jahr 1253 errichtet, zeitgleich mit der Gründung der Stadt Frankfurt (Oder). Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Kirche zahlreiche Erweiterungen und Umgestaltungen. Bedeutende Bauetappen fanden im 15. Jahrhundert statt, als das Langhaus auf fünf Schiffe erweitert wurde, und im 18. und 19. Jahrhundert, als nach Teileinstürzen umfassende Instandsetzungen notwendig wurden.
Ein besonders denkwürdiges Ereignis war der Rückbau der wertvollen Bleiglasfenster im Jahr 1941, die aus Schutzgründen entfernt und später als Beutekunst nach Leningrad gebracht wurden. Nach jahrelangen Nachforschungen konnten die Fenster 2002 zurückgeführt und sind seit Februar 2009 wieder in der Kirche zu sehen. Dies ist nur eines der vielen Kapitel in der langen Geschichte der St.-Marien-Kirche, die von einem engagierten Förderverein unterstützt wird, um den Wiederaufbau und die kulturelle Nutzung des Gotteshauses zu fördern.
Für alle Geschichtsinteressierten und Kulturliebhaber ist die bevorstehende Führung in der St.-Marien-Kirche eine hervorragende Möglichkeit, die faszinierende Geschichte und die bedeutenden architektonischen Merkmale dieses beeindruckenden Bauwerks näher kennenzulernen. Weitere Informationen zu Führungen, Veranstaltungen und Ausstellungen sind auf der Website des Kulturbüros Frankfurt (Oder) verfügbar.
