Was für ein unvergleichliches Gefühl, Friedrich Dobat zu begegnen! Der 82-jährige Schiedsrichter aus Grußendorf hat nicht nur eine beeindruckende Karriere hinter sich, sondern auch eine unverbrüchliche Leidenschaft für den Fußball. Mit fast 60 Jahren im Schiedsrichterdienst und rund 5000 geleiteten Partien ist er eine echte Legende im Landkreis Gifhorn. Man könnte sagen, das Pfeifen ist ein Teil seiner DNA, ein Stück seiner Liebe zum Spiel. Auch wenn er manchmal an sieben Tagen die Woche auf dem Platz steht, findet er immer Zeit für die Menschen um ihn herum.
Sein Weg begann am 1. Februar 1967, als er mit 23 Jahren seine Schiedsrichterprüfung ablegte. Seitdem ist er ununterbrochen aktiv. Friedrich, oder einfach Fritze für Freunde, leitet in seinem Heimatkreis Gifhorn die meisten Begegnungen und wird oft ohne Kommentar akzeptiert. Wer ihn kennt, weiß, dass er auch in hitzigen Momenten einen kühlen Kopf bewahrt. „Man muss einfach ruhig bleiben“, sagt er, und das merkt man auch, wenn er auf dem Platz steht – immer offen für Kommunikation mit Spielern und Zuschauern.
Ein Leben voller Fußball
Seine Frau unterstützt ihn tatkräftig. Kurioserweise hat sie ihn einmal während eines Spiels in Wendschott beobachtet – sie saß im Auto und häkelte, während die Spieler auf dem Platz ihn jagten! Das zeigt, wie sehr Fritze mit Herzblut dabei ist. Auch wenn die Zeit manchmal knapp ist, um Spiele seiner Lieblingsmannschaften Eintracht Braunschweig und Borussia Mönchengladbach zu verfolgen, bleibt die Begeisterung für den Fußball ungebrochen.
Die Ehrungen, die ihm zuteilwerden, sind nicht ohne Grund. Vom Niedersächsischen Fußballverband wurde er im Rahmen der Aktion „Danke, Schiri“ ausgezeichnet, und eine weitere Ehrung steht im Mai in Frankfurt am Main beim Deutschen Fußball-Bund an. Das sind Momente, die ihm zeigen, dass sein Engagement wahrgenommen wird. Übrigens, in der Saison 2016/2017 leitete er bereits 54 Begegnungen – da kann man nur den Hut ziehen! Ein echtes Urgestein, wie KSA-Schriftführer Sven Bärensprung sagt. Wenn er kurzfristig als „Feuerwehrmann“ einspringt, erledigt er das mit einer Gelassenheit, die viele bewundern.
Ein Blick in die Schiedsrichterwelt
Doch was macht einen guten Schiedsrichter aus? Zuverlässigkeit und eine zügige Bestätigung von Spielen sind wichtig, um den Aufstieg in höhere Ligen zu schaffen. Regelmäßige Leitung von Partien macht auf sich aufmerksam, und Rückmeldungen von Vereinen oder Coaches sind entscheidend. In höheren Ligen gibt es sogar detaillierte Bewertungen, die wie Liga-Tabellen funktionieren. Am Ende der Saison steigen die Schiedsrichter*innen auf, die an der Tabellenspitze stehen. Für Fritze ist das alles nicht so entscheidend. Er liebt das Spiel, die Atmosphäre und die Geschichten, die sich auf dem Platz entfalten.
Die Erinnerungen an sein Leben als Schiedsrichter sind nicht immer nur glorreich. Ein Erlebnis, das sich bei ihm eingebrannt hat, war ein Alterherren-Pokal-Endspiel, bei dem er durch einen Ball am Kopf bewusstlos wurde und von einem Spieler wieder zu sich gebracht werden musste. Solche Geschichten sind es, die den Fußball so lebendig machen. Und trotz aller Herausforderungen, die er in seiner langen Karriere erlebt hat, bleibt Fritze Dobat eine Inspiration für viele – ein Mann, der das Pfeifen nicht nur als Beruf, sondern als Lebensaufgabe betrachtet.