In der Welt der Technologie tut sich einiges – und das Quantencomputing ist dabei, sich von einer rein akademischen Disziplin zu einem ernstzunehmenden Wirtschaftsfaktor zu entwickeln. Laut einem aktuellen Bericht von McKinsey wird bereits 2026 ein entscheidender Wendepunkt in dieser Technologie erwartet. Besonders spannend ist, dass die Investitionen in Start-ups für Quantentechnologien im Jahr 2025 auf unglaubliche 12,6 Milliarden US-Dollar angestiegen sind, was einer Verzehnfachung im Vergleich zu vorherigen Jahren entspricht. Diese Entwicklungen lassen die globalen Umsätze von Quantencomputing-Unternehmen erstmals die Milliarde US-Dollar-Marke überschreiten.

Quantencomputer arbeiten mit sogenannten Qubits, die in der Lage sind, in Superposition zu existieren und somit sowohl 0 als auch 1 gleichzeitig zu repräsentieren. Diese besondere Eigenschaft, kombiniert mit der Verschränkung von Qubits, sorgt dafür, dass Quantencomputer bei bestimmten Aufgaben deutlich schneller arbeiten können als herkömmliche Computer. Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen von Kryptographie über Materialforschung bis hin zu Künstlicher Intelligenz. Die Unternehmen erkennen zunehmend, dass Quantencomputing nicht nur eine technische Herausforderung ist, sondern auch eine strategische Managementfrage darstellt.

Die Rolle der Investoren

Ein bemerkenswerter Trend ist der Rückgang öffentlicher Mittel, die 2025 nur noch 3 Prozent der Gesamtinvestitionen ausmachten – ein deutlicher Rückgang von 33 Prozent im Jahr 2024. Stattdessen übernehmen private Investoren und Kapitalmärkte zunehmend die Finanzierung. 44 Prozent der privaten Investitionen 2025 flossen über Kapitalmärkte, beispielsweise durch Börsengänge. Dabei dominieren die USA, die 64 Prozent der Investitionen in US-Start-ups für sich beanspruchen. Europa hingegen führt in der Adoption der Technologie durch Unternehmen und zeigt sich als aktiver Mitspieler in der Quantenökonomie.

Aber nicht nur die USA sind aktiv; auch in Europa gibt es über 300 Unternehmen, die an Quantentechnologien arbeiten. Der Fokus der Investitionen verschiebt sich zunehmend hin zur Einsatzfähigkeit der Technologie, nicht mehr nur zur Forschung. Erste Anwendungen finden bereits ihren Weg in operative Prozesse, was das Vertrauen in Quantencomputing weiter stärkt.

Deutschland im internationalen Kontext

In Deutschland besteht ein großes Interesse an der industriellen Nutzung von Quantentechnologien. Studien, wie die „Quantentechnologien und Quanten-Ökosysteme“, zeigen die Innovationspotenziale und Herausforderungen für die Forschung und Innovationspolitik auf. Es gibt drei zentrale Technologiefelder, die im Fokus stehen: Quantensensorik, Quantenkommunikation und Quantencomputing. Während Deutschland in der Quantentechnologieforschung stark aufgestellt ist, hat China die Führung bei Forschungspublikationen und Patentanmeldungen übernommen.

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Insgesamt gibt es weltweit 473 Unternehmen im Bereich Quantencomputing, wobei die Mehrheit aus den USA und China stammt. In Deutschland sind 18 Quantencomputing-Start-ups aktiv, viele davon sind Spin-offs aus Forschungseinrichtungen. Diese Entwicklungen zeigen, dass sich das Quantenfeld dynamisch entwickelt, das Potenzial für neue Anwendungen enorm ist und der Druck auf europäische Unternehmen steigt, schnell zu handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Zukunft des Quantencomputings ist vielversprechend, doch auch herausfordernd. Dr. Thomas Schmaltz betont die Notwendigkeit politischer Maßnahmen zur Förderung von Forschung und Innovation, um langfristige öffentliche Unterstützung und strategische Rahmenbedingungen zu schaffen. Nur so können wir die Chancen, die diese Technologie bietet, voll ausschöpfen und im internationalen Wettbewerb bestehen.