Heute ist der 25.05.2026 und während wir hier in Märkisch-Oderland die ersten Sonnenstrahlen genießen, gibt es düstere Nachrichten aus Brandenburg. Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sind über 160 Gemeinden im Land mit der Infrastruktur schlecht versorgt. Ein ernüchterndes Bild, das vor allem die drei Gemeinden Havelaue, Kleßen-Görne und Mescherin betrifft, die im bundesweiten Ranking der 10.817 untersuchten Gemeinden an den letzten Plätzen rangieren: 10.811, 10.812 und 10.813. Das ist schon ein harter Brocken. Um ehrlich zu sein, fragt man sich, wie das sein kann!
Die Studie wurde im Auftrag des Tabakkonzerns Philip Morris durchgeführt – ja, richtig gehört, und das wirft natürlich Fragen auf. Wer hätte gedacht, dass ein Unternehmen, das mit dem Verkauf von Zigaretten sein Geld verdient, sich so intensiv mit der Daseinsvorsorge auseinandersetzt? Dennoch, die Ergebnisse sind alarmierend. Nur Senftenberg im Kreis Oberspreewald-Lausitz kann sich mit Rang 164 im oberen Bereich der Liste sehen lassen. Auch Frankfurt (Oder) und Strausberg schnappen sich noch Plätze im vorderen Mittelfeld, aber Potsdam, die Landeshauptstadt, schrammt mit Rang 505 am Abgrund vorbei.
Ein Blick auf die Daseinsvorsorge
Die Hauptkategorie der Bewertung, die als „Daseinsvorsorge gesamt“ bezeichnet wird, umfasst verschiedene Bereiche, die für die Lebensqualität entscheidend sind. Hierzu zählen Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitales und Freizeit. In der Studie wurden 17 Indikatoren betrachtet, die die Versorgung mit Kitas und Schulen, die Anbindung an Autobahnen sowie den Zugang zu Ärzten, Apotheken und Pflegeeinrichtungen abdecken. Und wir sprechen hier nicht nur von Zahlen – das sind die Lebensadern, die unsere Gemeinden am Laufen halten!
Das Bild, das sich abzeichnet, ist leider ernüchternd. Wenn man sieht, wie viele Gemeinden in Brandenburg mit einer mangelhaften Infrastruktur zu kämpfen haben, kann einem schon das Herz schwer werden. Ein weiteres Beispiel: Mecklenburg-Vorpommern hat mehr als die Hälfte seiner Gemeinden als „sehr schlecht“ versorgt eingestuft. Im Vergleich dazu stehen Nordrhein-Westfalen und seine „sehr gut“ versorgten Gemeinden glänzend da – da fragt man sich doch, wo die Unterschiede liegen und warum es in manchen Regionen einfach nicht vorangeht.
Ost versus West
Ein interessanter Punkt: 30% der ostdeutschen Städte werden als „sehr gut“ versorgt eingestuft, während es im Westen nur knapp 20% sind. Das lässt einen schmunzeln, oder eher nachdenklich werden? Haar bei München ist sogar die bundesweit am besten versorgte Stadt, während Hirschthal in der Südwestpfalz das Schlusslicht bildet. Es scheinen also zwischen den Regionen Welten zu liegen, und das hat sicherlich auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen vor Ort.
Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Politik auf diese alarmierenden Ergebnisse reagiert. Eines ist klar: Die Infrastruktur ist nicht nur ein Thema für Statistiker, sondern für jeden Einzelnen, der in diesen Gemeinden lebt. Vielleicht bringt die Diskussion um die Daseinsvorsorge ja etwas Bewegung in die Sache – zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer in einer Zeit, wo der Fortschritt manchmal wie ein schüchterner Gast erscheint, der sich nicht so recht traut, die Tür zu öffnen.