Es ist der 22. Mai 2026, und während in Seelow die Vorfreude auf das Fest des Vereins Buckower Kleinbahn wächst, macht sich ein mulmiges Gefühl breit. Der Nostalgiezug, der alle 40 Minuten durch die Märkische Schweiz fährt, wird trotz einer freien Strecke nicht in Betrieb genommen. Grund dafür? Eine kurzfristige Sperrung, die den Zugang für viele Reisende erschwert. Wie kann das sein, fragt man sich – und die Antwort ist so frustrierend wie ein verpasster Zug.
Der Bahnhofsmuseum hat zwar geöffnet, und man darf sich auf Speisen, Getränke und eine Hüpfburg für die Kleinen freuen, doch die Anreise ist für viele schier unmöglich. Andreas Hauschild, der Betriebsleiter der elektrischen Kleinbahn, äußert unmissverständlich seinen Unmut über die unglückliche Situation. „Das letzte Jahr mussten wir unser Bahnhofsfest wegen Bauarbeiten absagen – und jetzt das wieder!“ Seinem Frust kann man kaum widersprechen. Schließlich haben die Fahrgäste aus Berlin, die auf einen Ausflug gehofft hatten, nun die Herausforderung, sich auf andere Weise nach Müncheberg durchzuschlagen. Die Reisezeit von Ostkreuz nach Müncheberg verlängert sich von 42 auf 82 Minuten. Kein Zuckerschlecken!
Schwierige Umstände und Baustellenfrust
Die Strecke in Richtung Osten bleibt zwar offen und befahrbar, doch die RB26 fällt am letzten Mai-Wochenende zwischen Berlin, Strausberg, Müncheberg und Seelow-Gusow aus. Und als wäre das nicht genug, gibt es bereits Berichte über Probleme auf der Linie – Zugausfälle, Verspätungen und die ständige Plage der Baustellen. Holger Reimann, Sprecher der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), erklärt, dass die Notwendigkeit der Sperrung aufgrund von Arbeiten an der parallel verlaufenden S-Bahnstrecke in Berlin-Mahlsdorf unumgänglich sei. Es ist, als würde man ein Puzzle zusammenfügen, bei dem Teile fehlen – frustrierend für alle Beteiligten.
Und was ist mit dem Ersatzverkehr? Dieser bleibt bis zum 10. Juli bestehen, aber auch hier gibt es keine Garantie für reibungslose Abläufe. Die Fahrgäste aus Polen sind ebenfalls betroffen, denn östlich von Seelow-Gusow fährt kein Zug mehr. Die Anreise ohne Auto wird als schwierig eingeschätzt, und man fragt sich, wie viele Reisende trotz der Widrigkeiten den Weg nach Seelow finden werden. Ein Sonderzug der Berliner Eisenbahnfreunde ist bereits ausverkauft – ein kleiner Lichtblick inmitten der Baustellenblues.
Ein Aufruf zur besseren Planung
Die gegenwärtige Situation wirft auch Fragen auf, die über die unmittelbaren Baustellen hinausgehen. Laut Georg Seifert, Abteilungsleiter SPNV beim VRR, steigt die Anzahl der Baustellen im Schienennetz, was die Anforderungen an Planung und Abstimmung erhöht. Die unzureichende Kommunikation von DB InfraGO kann fatale Folgen haben, und man fragt sich, ob die Verantwortlichen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Hier könnte eine bessere Koordination nicht nur die Reisenden, sondern auch die Betreiber der Bahnen entlasten.
Die Forderung nach einem sorgfältigen Baustellenmanagement wird immer lauter. „Wir müssen solche Situationen frühzeitig erkennen und aktiv nachsteuern“, so der Appell an alle Akteure. Ob es am Ende für das Fest des Vereins Buckower Kleinbahn am 30. Mai noch einen Silberstreif am Horizont gibt? Ein Hoffen und Bangen bleibt, während die Vorbereitungen für das Fest in vollem Gange sind.
So bleibt abzuwarten, ob die Reisenden trotz aller Widrigkeiten die Möglichkeit finden, die Märkische Schweiz zu erkunden oder ob der Frust über die anhaltenden Baustellen überwiegt. Die Vorfreude auf das Fest ist spürbar, aber die Herausforderungen der Anreise sind real und lassen sich nicht einfach wegwischen.