In den letzten Tagen sorgt die Tesla-Gigafactory in Grünheide wieder für Aufregung. Eine kleine Gruppe von Gegnern des Projekts hat am Mittwochnachmittag in Strausberg, vor dem Gebäude des Wasserverbandes Strausberg-Erkner (WSE), protestiert. Diese Gruppe entblößte ihre Sorgen, indem sie Banner mit Anti-Tesla-Slogans an die Werkszäune pinnten. Besonders in der Kritik steht der geplante Ausbau des Fabrikgeländes um weitere 100 Hektar, weshalb das Bündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ aktiv wurde, um auf die potenziellen Folgen aufmerksam zu machen, darunter die Abholzung von Kiefernwäldern und mögliche Gefahren für das Grundwasser in Berlin im Fall von Pannen in der Gigafactory. Laut Berliner Zeitung sind die Protestierenden überzeugt, dass es einen „Geheimvertrag“ zwischen Tesla und dem WSE gibt, den es dringend zu überprüfen gilt.

Aktuell beschäftigt sich der WSE mit einem neuen Wasservertrag mit Tesla, welcher sich noch in der rechtlichen Prüfung befindet. Der WSE-Chef André Bähler erklärte, dass der Vertrag noch nicht unterzeichnet ist. In der Übergangszeit müssen die Wasserreserven von Tesla, die derzeit bei etwa 1,8 Millionen Kubikmetern pro Jahr liegen, endlich freigegegeben werden. Bisher verbraucht Tesla lediglich um die 400.000 Kubikmeter Trinkwasser, da eine eigene Kreislaufstruktur auf dem Firmengelände installiert ist. Diese Reduzierung ist allerdings auch auf die bis dato unvollständig hochlaufende Produktion zurückzuführen.

Wasservertrag und Grenzwerte im Fokus

Die Situation rund um den Wasservertrag zwischen Tesla und dem WSE bleibt angespannt. Eine wichtige Entscheidung über den Vertrag, die ursprünglich für Mittwoch anberaumt war, wurde auf Dezember vertagt. Die Mitglieder des WSE zeigen sich zwar optimistisch, eine Lösung zu finden, doch die Verhandlungen ziehen sich hin. Alle 16 Bürgermeister, die den WSE unterstützen, haben den Vertragsentwurf bereits diskutiert und warten auf die nächste Sitzung am 4. Dezember, wie das RBB24 berichtet. Tesla drängt auf eine Anpassung der Grenzwerte für das Abwasser, um höhere Einleitgrenzwerte für biologischen Sauerstoff und Stickstoff festzulegen. Dies könnte die bisherige Problematik, dass Tesla in der Vergangenheit Grenzwerte überschritt, entschärfen, laut Aussagen von Projektmanagerin Theresa Eggle.

Ein zentraler Punkt im Aufruf zur Erhöhung der Grenzwerte ist die Tatsache, dass Tesla nicht in der Lage ist, die zusätzlichen Abwassermengen ohne schärfere Regelungen in der Kläranlage in Berlin-Friedrichshagen zu verarbeiten. So sehen die Vorschläge eine Verdopplung des Stickstoffgrenzwertes von 50 auf 100 mg/l vor – eine Herausforderung, die das WSE sorgsam abwägen muss.

Wasserknappheit als globales Problem

Die Debatten rund um den Wasserverbrauch zeigen auch, wie wichtig und zugleich drängend das Thema Wasserknappheit ist. Global gesehen ist der Wasserverbrauch in den letzten Dekaden gestiegen; die UN rapportiert eine Zunahme der Dürreperioden um erdrückende 29 Prozent seit 2000. Diese Entwicklung macht deutlich, dass eine nachhaltige Wasserwirtschaft wichtiger denn je ist. Laut ZDF könnte der Wasserbedarf bis zum Jahr 2050 um 20 bis 30 Prozent anwachsen, was vor allem die Industrien und landwirtschaftlichen Bereiche betrifft, die bereits einen Großteil des verfügbaren Süßwassers beanspruchen.

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An unternehmerischen Stellen wird daher auch bereits an innovativen Lösungen gearbeitet, um den Wasserverbrauch zu senken. So wird beispielsweise in einer dänischen Brauerei erfolgreich Brauchwasser aufbereitet, was als Musterbeispiel für eine kreislauforientierte Wasserwirtschaft gilt. Solche Ansätze könnten auch in der Fertigung von Unternehmen wie Tesla von elementarer Bedeutung sein, um sowohl dem Wasserbedarf Rechnung zu tragen als auch den Umweltschutz in den Vordergrund zu stellen.