Heute ist der 24.07.2026 und ich sitze hier in Erkner, wo die Lage rund um den Flughafen BER mal wieder für Aufregung sorgt. Es wird diskutiert, ob das strenge Nachtflugverbot am Flughafen aufweichen sollte. Dieses Verbot, das von 0 bis 5 Uhr gilt, soll eigentlich dafür sorgen, dass die Anwohner in Ruhe schlafen können. Aber jetzt kommt Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) ins Spiel und bringt die Idee auf, Ausnahmen für leicht verspätete Flüge nach Mitternacht zuzulassen. Da frage ich mich: Wo bleibt die Nachtruhe?

Die Zahlen sind schon jetzt recht alarmierend. Bis November 2025 gab es insgesamt 81 Anträge auf nächtliche Landungen – 47 davon wurden genehmigt, was bedeutet, dass 32 abgelehnt wurden. Und jetzt wird’s spannend: 28 dieser Flüge fanden in der kritischen Kernzeit statt. Und auch der Zeitraum von Dezember 2025 bis Mai 2026 zeigt, dass die Erlaubnis für Nachtflüge nicht gerade in den Hintergrund rückt – nur 11 von 41 Anträgen wurden abgelehnt. Die LuBB, die für die Einhaltung des Nachtflugverbots zuständig ist, begründet die Genehmigungen mit verschiedenen Umständen, wie etwa einem Cyberangriff oder einem Eisregen im Februar. Kein Wunder, dass die Anwohner in Waltersdorf, Eichwalde, Erkner und Blankenfelde-Mahlow besorgt sind. Es ist ein ständiger Wettlauf zwischen dem Bedürfnis der Fluggesellschaften und dem Recht der Anwohner auf einen ruhigen Schlaf.

Das Ende der nächtlichen Postflüge

Ein weiterer interessanter Punkt ist das Ende der nächtlichen Postflüge, das am 27. März 2024 in Kraft tritt. Der letzte Postflug vom BER nach Stuttgart wird um 0:30 Uhr starten. Diese Flüge fanden vier bis fünf Tage in der Woche statt und ermöglichten es, Briefe aus Stuttgart gegen 1 Uhr nachts am BER zu empfangen. Insgesamt gab es im Jahr 2023 459 Postflüge. Die Änderung des Postgesetzes, die das Ende dieser nächtlichen Flüge ermöglicht hat, verlängert die maximal zulässigen Brieflaufzeiten. Vor dieser Regelung war die Post sogar verpflichtet, 80% ihrer Briefe innerhalb eines Werktages zuzustellen – das ist jetzt Geschichte.

Die neuen Bestimmungen haben also das Potenzial, die nächtliche Geräuschkulisse erheblich zu reduzieren, während gleichzeitig die Effizienz der Postzustellung gewahrt bleibt. Komischerweise wird damit eine Art von Ruhe geschaffen, die aber gleichzeitig auch die Diskussion um die Flugbewegungen am BER nicht aus der Welt schafft. Denn während die Anwohner innerhalb der Ruhezeiten von den nächtlichen Flügen befreit werden, bleibt die Sorgen um die Ausnahmen, die immer noch genehmigt werden, bestehen. Die Frage bleibt, wie lange das noch gut geht und ob die Anwohner wirklich aufatmen können oder ob die Diskussion um das Nachtflugverbot wie ein Schatten über ihren Köpfen schwebt.