Am 17. Mai 2026, einem der ersten warmen Tage des Frühlings, wurde das Verkehrschaos in Berlin und Brandenburg auf die Spitze getrieben. Es war Pfingsten, und die Regionalzüge quollen über vor Fahrrädern und Menschen, die nach einem kleinen Ausflug ins Grüne strebten. An einem dieser Züge, dem RE1, musste ein Radfahrer am Berliner Hauptbahnhof aussteigen, weil der Zug überfüllt war. „Alle Fahrradfahrer müssen raus, damit wir weiterfahren können“, rief der Lokführer, und der Radler blieb nichts anderes übrig, als auf die S-Bahn umzusteigen. Ein Umstand, der nicht nur ärgerlich, sondern auch ziemlich frustrierend war, denn es gab keinen Schienenersatzverkehr, der ihn weitergebracht hätte.
Die Deutsche Bahn und die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) hatten bereits vor dem langen Wochenende gewarnt: Die Auslastung würde hoch sein, besonders an Feiertagen. Fahrräder dürfen nur mitgenommen werden, wenn ausreichend Platz vorhanden ist, und die Sicherheit aller Fahrgäste an erster Stelle steht. Das Zugpersonal hat die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Fluchtwege frei bleiben. Hierzu gehört auch, dass Personen mit Kinderwagen und Rollstühlen Vorrang haben. Eine Regel, die zwar sinnvoll ist, aber für viele Fahrradfahrer in diesen Momenten frustrierend wirkt.
Fahrradmitnahme und Tipps
Wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte sich im Vorfeld gut informieren. Fahrradstellplätze befinden sich in der 2. Klasse und sind über mehrere Waggons verteilt. In den Reservierungsunterlagen findet man die Wagen- und Stellplatznummer. Um es einfacher zu machen, zeigt die digitale Wagenreihung genau an, in welchem Gleisabschnitt die Waggons mit den Fahrradstellplätzen halten. Das Zugpersonal kann beim Ein- und Ausladen nicht helfen, also sollte man auch auf das Gepäck achten – es muss rechtzeitig vom Fahrrad abgenommen werden.
Eine praktische Lösung, um Überfüllungen zu umgehen, sind Leihräder. Diese stehen an vielen Bahnhöfen in Berlin und Brandenburg zur Verfügung und haben sich in den letzten Jahren qualitativ stark verbessert. Besonders an beliebten Ausflugswochenenden empfiehlt es sich, auf Leihräder zurückzugreifen. Das nimmt den Stress und sorgt dafür, dass man nicht im überfüllten Zug sitzen muss. Außerdem raten die Bahnmitarbeiter, die Rückfahrten frühzeitig zu planen oder die Tour so zu gestalten, dass sie an einem S-Bahnhof endet. Das könnte den ein oder anderen Schweißausbruch verhindern.
Preise und Fahrscheine für Fahrräder
Ein kleiner Hinweis für alle Fahrradfahrer: Für die Mitnahme eines Fahrrades ist ein Fahrschein des Fahrradtarifs erforderlich. Wer ein gültiges Schülerticket, ein Ticket für Auszubildende oder ein Semesterticket aus Berlin oder Potsdam hat, kann sein Rad kostenlos mitnehmen. Für alle anderen gibt es verschiedene Optionen. Die Preise für Fahrradfahrscheine variieren – von 1,90 Euro für einen Kurzstreckenfahrschein bis hin zu einer 24-Stunden-Karte für 5,90 Euro im Bereich Berlin AB. Das sind Preise, die man sich gut merken sollte, bevor man das Rad auflädt und in den Zug springt.
Mit ein bisschen Planung und der richtigen Vorbereitung lässt sich der Ausflug ins Grüne ohne große Probleme gestalten. Die Sonne lacht, die Natur ruft – und vielleicht trifft man bei der Fahrradtour sogar auf ein paar nette Mitfahrer. Das Gefühl, im Freien zu sein, während der Wind einem um die Nase weht, ist einfach unbezahlbar. Und wer weiß, vielleicht gibt es beim nächsten Mal einen Platz im Zug, und man kann die Rückfahrt ganz entspannt genießen.