Mut-Muskel-Workshop in Fürstenwalde fördert kreative Aktionskunst
In Fürstenwalde/Spree findet eine spannende Veranstaltung statt, die Mut und Haltung in der Aktionskunst fördern möchte. Der Mut-Muskel-Workshop wird im Rahmen der Frauenwoche organisiert und richtet sich an alle, die Interesse an kreativer Arbeit haben. Ziel dieser Initiative ist es, Ideen zu entwickeln, die sichtbar und in der Öffentlichkeit wirkungsvoll sind. Die Teilnehmenden lernen, wie sie politische Wut in Mut umwandeln und ihre Anliegen sowie Ziele formulieren können, um diese in die Öffentlichkeit zu bringen. Dabei stehen Menschlichkeit, Haltung und Leidenschaft im Vordergrund.
Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Regionalgruppe NaturFreunde Fürstenwalde/Spreenland e.V. und des Projekts „Starke NaturFreunde – starke Regionen: in Bewegung für Solidarität, Vielfalt, und Toleranz“. Gefördert wird sie durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Programms „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Dieses Programm spielt eine zentrale Rolle, insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen, wo es die Demokratie fördert und sich gegen Extremismus und Verschwörungsideologien positioniert.
Die Rolle des Programms „Zusammenhalt durch Teilhabe“
Bundesministerin Nancy Faeser hat die Notwendigkeit starker Partner für gesellschaftliches Engagement betont. Sie fordert Planungssicherheit für Engagierte und die Verabschiedung des Demokratiefördergesetzes im Deutschen Bundestag. Das Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ hat seit seiner Einführung im Jahr 2010 über 1200 Demokratieberaterinnen ausgebildet, die in verschiedenen Bildungsangeboten und Begegnungen aktiv sind und bei menschenverachtenden Äußerungen intervenieren. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, lobt das Programm als wichtiges, milieuübergreifendes Instrument, das Menschen in den Austausch bringt.
Die Herausforderungen für zivilgesellschaftliches Engagement, insbesondere in strukturschwachen Regionen, sind nicht zu unterschätzen. Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland, weist auf Überlastung und Mittelknappheit hin und fordert eine langfristige staatliche Unterstützung sowie gut ausgestattete Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene.
Zivilgesellschaftliches Engagement im Wandel
Das zivilgesellschaftliche Engagement hat seit 2015 stark an Bedeutung gewonnen, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche wie den Migrationsströmen, der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine. Engagement ist nicht nur eine individuelle Entscheidung, sondern trägt maßgeblich zum Funktionieren der Gesellschaft bei, fördert Solidarität und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es findet vor allem im öffentlichen Raum statt und ist oft in zivilgesellschaftlichen Organisationen oder informellen Zusammenschlüssen verankert.
Diese Organisationen, die zwischen Markt, Staat und Familie angesiedelt sind, bilden die institutionelle Infrastruktur für Engagement. Sie sind durch eine formale Struktur, organisatorische Unabhängigkeit und gemeinnützige Ausrichtung gekennzeichnet. Das Spektrum reicht von großen Wohlfahrtsverbänden bis hin zu kleinen lokalen Vereinen, die oft spontan und zeitlich sowie räumlich befristet agieren.
Die Initiative in Fürstenwalde ist somit nicht nur ein lokales Ereignis, sondern Teil eines größeren gesellschaftlichen Wandels, der durch engagierte Bürgerinnen und Organisationen vorangetrieben wird. Die Teilnahme an diesem Workshop ist kostenlos, jedoch sind die Plätze begrenzt – ein weiteres Zeichen für die hohe Nachfrage nach solchen kreativen und verbindenden Formaten.
