Heute ist der 27.04.2026 und die Situation in Cottbus, Brandenburg, bleibt angespannt. Die Stadt hat sich über Jahre hinweg einen unrühmlichen Ruf als Hochburg der rechtsextremen Szene erarbeitet, und jüngste Vorfälle zeigen, dass diese Besorgnis nicht unbegründet ist. So wurde an der Fassade der örtlichen Synagoge ein Hakenkreuz entdeckt, das mit einer Größe von 1,0 m x 1,50 m nicht zu übersehen war. Die Polizei reagierte prompt und ließ die Schmiererei abkleben sowie deren Entfernung veranlassen. Dies ist nur einer der vielen Angriffe, die in der Region vermehrt auf Andersdenkende verübt werden.
Die jüdische Gemeinde in Cottbus hat in letzter Zeit von einem Anstieg an Anfeindungen berichtet. Trotz der besorgniserregenden Situation äußern die Betroffenen jedoch keine Angstgefühle, sondern setzen sich aktiv gegen die Übergriffe zur Wehr. Ein weiteres Beispiel für die zunehmende Gewalt in der Region ist der Angriff auf das alternative Wohnprojekt „WK51“, wo eine Leuchtfackel in den Hausflur geworfen wurde. Glücklicherweise blieb es dabei bei Sachschäden, und niemand wurde verletzt. Auch in der Vergangenheit war „WK51“ nicht vom Vandalismus verschont geblieben; Fensterscheiben wurden im März eingeschlagen.
Angriffe auf das alternative Wohnprojekt
Besonders ins Visier geraten ist auch das Wohnprojekt „Zelle 79“, das ebenfalls mit Hakenkreuzen beschmiert wurde. Die Angriffe richten sich nicht nur gegen Einrichtungen, sondern auch gegen Einzelpersonen. So gab es Randalierungen vor der Wohnung eines Studentenpfarrers, der aktiv gegen Rechtsextremismus kämpft. Diese Vorfälle sind Teil eines besorgniserregenden Trends: Im Jahr 2025 wurden in Brandenburg insgesamt 290 Angriffe mit rechtem Hintergrund registriert, wie der Verein Opferperspektive berichtet.
Die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg hat sich zu den Vorfällen geäußert und fordert ein entschlossenes Handeln gegen die wachsende Gewalt. Cottbus bleibt somit nicht nur ein Brennpunkt für rechtsextreme Aktivitäten, sondern auch ein Ort, an dem sich die Zivilgesellschaft gegen diese Übergriffe zur Wehr setzen muss.
Gesellschaftliche Reaktionen und Ausblick
In Anbetracht dieser Entwicklungen ist es wichtig, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und denjenigen, die sich gegen Rassismus und Intoleranz einsetzen, den Rücken zu stärken. Die Vorfälle in Cottbus sind nicht nur lokale Probleme, sondern spiegeln eine nationale Herausforderung wider, die nicht ignoriert werden darf. Es bleibt zu hoffen, dass die Gemeinschaften zusammenarbeiten, um ein sicheres Umfeld für alle Bürger zu schaffen und dem wachsenden Rechtsextremismus entschieden entgegenzutreten.