Der unaufgeklärte Mord an Etchika Pollex: Ein Schatten über der Boxwelt und der LGBTQ+-Gemeinschaft
Am 9. Juli 2026 sind die Menschen in Cottbus schockiert über die neuesten Entwicklungen im Fall der ermordeten Box-Promoterin Etchika Pollex. Die 70-jährige, die am 25. Juni tot in ihrer luxuriösen Wohnung in Wien aufgefunden wurde, hinterlässt nicht nur eine Lücke in der Box-Szene, sondern wirft auch viele Fragen auf. Die Polizei spricht von einem Gewaltverbrechen, und die Umstände ihres gewaltsamen Todes sind noch immer unklar.
Pollex, die als Olaf Pollex in der DDR zur Welt kam, war eine beeindruckende Persönlichkeit. Sie floh mit 23 Jahren aus Ost-Berlin und baute sich im Westen ein neues Leben auf, in dem sie als Unternehmerin und Box-Managerin, unter anderem für Karo Murat, bekannt wurde. Ihr Leben nahm eine bemerkenswerte Wendung, als sie sich in Thailand einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog und fortan offen als Frau lebte. Ihre herzliche Art und ihr großes Herz für Bedürftige machten sie in der Gesellschaft beliebt. Sechs Tage vor ihrem Tod hatte sie sogar ein TikTok-Video veröffentlicht, in dem sie von einer „wunderschönen Wendung“ in ihrem Leben sprach.
Die grausamen Umstände
Bei der Obduktion wurden zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen im Oberkörper festgestellt, was die Ermittler dazu brachte, schnell von einem Mord auszugehen. Die Polizei sperrte den Tatort in der Linken Wienzeile ab und leitete umgehend ein Verfahren ein. Im Fokus der Fahndung stand ein Mitbewohner von Pollex, ein 24-jähriger Tschetschene, der offenbar nach der Tat ins Ausland geflohen war.
Die Festnahme des Verdächtigen erfolgte schließlich im Raum Nizza, wo er wenige Tage nach dem Verbrechen aufgespürt wurde. Ein europäischer Haftbefehl war erlassen worden, nachdem Hinweise auf seine Ausreise vorlagen. Die Ermittler der Wiener Mordkommission arbeiten weiterhin intensiv an der Aufklärung des Falls und prüfen auch, ob der neue Partner von Pollex, über den sie vor ihrem Tod sprach, mit dem flüchtigen Mitbewohner identisch ist.
Ein trauriger Trend
Die Mordermittlungen werfen auch ein Licht auf die wachsende Gewalt gegen die LGBTQ+-Gemeinschaft in Deutschland. Laut dem BKA gab es im Jahr 2023 einen alarmierenden Anstieg queerfeindlicher Straftaten. Die Zahlen zeigen, dass 1.785 dieser Straftaten gegen LSBTIQ* gerichtet waren, was einen Anstieg von über 50% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Ein erschreckender Trend, der uns alle betrifft und zum Nachdenken anregen sollte.
Die Dunkelfeldstudie zeigt zudem, dass viele Opfer solche Straftaten nicht anzeigen, aus Angst vor Diskriminierung oder weil sie die Taten als „nicht ernst genug“ erachten. In Anbetracht der Umstände des Todes von Etchika Pollex wird klar, dass der Kampf um Gleichheit und Akzeptanz in unserer Gesellschaft noch lange nicht gewonnen ist.
Die Wiener Ermittler stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Während sie versuchen, die genauen Umstände zu klären, bleibt die Erinnerung an Pollex lebendig. Ihre Geschichte – von der Flucht aus der DDR bis hin zu ihrer bemerkenswerten Karriere als Box-Promoterin – ist ein Zeugnis für Mut und Entschlossenheit. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen zu ihrem gewaltsamen Tod Antworten bringen und Gerechtigkeit für eine starke Frau, die viel erreicht hat, wiederhergestellt wird.
