Erste Cottbuser Klassenkonferenz stärkt Schülervertretungen und Mitbestimmung
Am 13. Februar 2026 fand im Stadthaus am Erich-Kästner-Platz 1 in Cottbus die erste Cottbuser Klassenkonferenz statt. Diese Veranstaltung, die von der Stadt Cottbus organisiert wurde, richtete sich an 66 Kinder und Jugendliche, darunter amtierende Klassensprecher sowie Schülerinnen und Schüler, die Interesse daran hatten, dieses Amt zu übernehmen. Ziel der Konferenz war der Austausch und die Stärkung der Schülervertretungen. Die Veranstaltung bot eine Plattform für die Teilnehmenden, um praxisnahe Impulse zu erhalten und sich zu vernetzen.
In den Diskussionen wurden wichtige Themen behandelt, wie die Planung und Umsetzung eigener Projekte und Ideen sowie die Vertretung der Interessen der Klassen durch Klassensprecher. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, Einblicke in die Organisation der Arbeit anderer Klassensprecher zu gewinnen und Erfahrungen schulform- und jahrgangsübergreifend auszutauschen. Das Ergebnis war eine hohe Beteiligung und konstruktive Diskussionen, die das Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Teilnehmenden unterstrichen. Die Stadt Cottbus/Chóśebuz dankte allen Beteiligten für ihre Mitwirkung zur Stärkung der Schülervertretung. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich in der Pressemitteilung der Stadt Cottbus.
Einblicke in die Schülervertretung
Die Klassenkonferenz war nicht nur eine Gelegenheit zur Vernetzung, sondern auch eine wichtige Plattform, um sich mit der Rolle der Klassensprecher auseinanderzusetzen. In den Gesprächen wurde deutlich, dass viele Schülerinnen und Schüler sich bei Entscheidungen auf Schulebene oft nicht gehört fühlen. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass etwa die Hälfte der 12- bis 16-Jährigen kaum Mitsprache in der Schule erlebt. Insbesondere Gymnasiastinnen und Gymnasiasten schätzen ihr Mitspracherecht bei Unterrichtsinhalten geringer ein als Jugendliche anderer Schulformen. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, Schülervertretungen zu stärken und den Jugendlichen echte Mitbestimmung zu ermöglichen.
Die Stadt Cottbus fördert durch diese Konferenz den Austausch zwischen verschiedenen Schülervertretungen und unterstützt die Teilnehmenden bei der Vertretung der Klasseninteressen. Im Vorfeld der Veranstaltung konnten Schülerinnen und Schüler anonym Ideen und Themen einreichen, die in die Diskussionen einflossen. Anmeldungen waren bis zum 1. Februar 2026 möglich, wobei Name, Schule, Klasse und der Bedarf an Schulbefreiung angegeben werden mussten. Die Veranstaltung wurde von der Kinder- und Jugendbeauftragten der Stadt Cottbus organisiert, was die Bedeutung der Thematik unterstreicht. Weitere Details zur Anmeldung finden sich auf der Webseite der Stadt: Niederlausitz Aktuell.
Die Bedeutung von Mitbestimmung
Die Bedeutung von funktionierenden Schülervertretungen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie sind entscheidend, um Wissen weiterzugeben und Jugendliche zur aktiven Teilhabe an schulischen Entscheidungen zu ermutigen. Die Bertelsmann-Studie hebt hervor, dass viele Schülerinnen und Schüler sich ihrer Rechte nicht bewusst sind, was die Scheinbeteiligung verstärkt. Matteo Feind, ein Kritiker dieser Situation, fordert mehr Aufklärung über Rechte im Unterricht und darüber hinaus.
Zusätzlich zeigt das Niedersächsische Schulgesetz, dass Schülerinnen und Schüler in der Gesamtkonferenz Mitwirkungsrechte haben, allerdings sind deren Stimmrechte stark eingeschränkt. Der Landesschülerrat Niedersachsen fordert deshalb Reformen der Gremienstruktur, um den Schülern mehr Einfluss auf Entscheidungen zu ermöglichen. Eine reformierte Struktur könnte helfen, das Engagement und die Mitbestimmung der Schüler zu erhöhen.
Die erste Cottbuser Klassenkonferenz hat somit nicht nur einen wichtigen Schritt in Richtung Schülervertretung und Mitbestimmung in Cottbus gemacht, sondern auch ein Zeichen gesetzt, dass die Meinungen und Ideen der Jugendlichen gehört werden müssen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen auch in anderen Städten Schule machen.
