Star der Krimireihe Donna Leon : Uwe Kockisch mit 81 Jahren verstorben
In dieser festlichen Zeit müssen wir schweren Herzens Abschied von einem vielfach geschätzten Schauspieler nehmen. Uwe Kockisch, bekannt aus der ARD-Krimireihe „Donna Leon“, verstarb am 22. Dezember 2025 in Madrid, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbracht hatte. Er wurde 81 Jahre alt und hinterlässt nicht nur ein beeindruckendes Werk, sondern auch viele trauernde Fans.
Kockisch wurde am 31. Januar 1944 in Cottbus geboren. Der Vater, ein Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg, fiel 1944 über der Normandie, was Kockisch schon früh prägte. Trotz widriger Umstände, darunter der Versuch, 1961 aus der DDR zu fliehen – ein Abenteuer, das ihn fast ein Jahr in Haft brachte – fand er seinen Weg in die Schauspielerei. Nach seiner Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ startete Kockisch seine Karriere am Cottbuser Stadttheater und war später über 20 Jahre am Maxim-Gorki-Theater in Berlin tätig.
Von der Bühne ins Fernsehen
Uwe Kockisch war ein vielseitiger Schauspieler. Sein Durchbruch gelang ihm 1995 mit der Rolle des Hauptkommissars in der Serie „Zappek“, die ihn einem breiten Publikum bekannt machte. Auch in der ARD-Serie „Weißensee“, in der er den Stasi-Offizier Hans Kupfer verkörperte, bewies er sein großes schauspielerisches Talent. Doch die Rolle, die ihn am meisten prägte, war die des Commissario Guido Brunetti in „Donna Leon“, in der er seit 2003 die Hauptfigur spielte. Diese Krimireihe, die bis 2019 lief, zog jährlich nahezu sieben Millionen Zuschauer an. Kockisch selbst mied große Medienauftritte und bezeichnete sich nicht als „Star“.
Er wirkte in über 100 Film- und Fernsehproduktionen mit. Zuletzt war er im August 2024 im ARD-Spielfilm „Allmen und das Geheimnis des Koi“ zu sehen. Seine Arbeiten reichten von klassischen Theaterstücken über moderne Inszenierungen bis hin zu DEFA-Filmen und diversen Krimis wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Für seine schauspielerischen Leistungen erhielt Kockisch zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2008 den Adolf-Grimme-Preis sowie 2011 den Deutschen Fernsehpreis für „Weißensee“.
Ein Leben abseits des Rampenlichts
Privat war Uwe Kockisch ein Mann der leisen Töne. Seine Frau Christine Gautier, eine Nicht-Schauspielerin, stand nie im Rampenlicht, was der Beziehung eine gewisse Diskretion verlieh. Neben zwei Söhnen, die er hat, führte er ein ruhiges Leben auf den Spuren seiner Heimat. Kockisch lebte abwechselnd in Madrid und Berlin und zog es vor, sein Privatleben von der Öffentlichkeit fernzuhalten.
Sein Erbe wird weiterhin in den Herzen seiner Fans und in den Produktionen, in denen er mitwirkte, weiterleben. In einer Welt, die oft von Hektik getrieben ist, bleibt die Erinnerung an Kockisch als ein Mann, der mit Bedacht und Tiefe auf die Bühne und in die Filmwelt trat. Die Zuschauer werden die klugen, vielschichtigen Charaktere, die er verkörperte, immer in guter Erinnerung behalten. Der Abschied von Uwe Kockisch ist ein Verlust für die deutsche Film- und Theaterlandschaft, und sein Talent wird sicher weiterhin geschätzt werden.
ARD Mediathek berichtet von Kockischs Karriere und Leben, Tagesschau beleuchtet seine bedeutendsten Rollen, und Wikipedia gibt einen umfassenden Überblick über sein Leben.
