Wollitz im Schweigen gefangen: Cottbus‘ Triumph und die Schatten der Vergangenheit
Am vergangenen Wochenende erlebte die Mannschaft von Energie Cottbus ein wahres Fußball-Drama. Nach einem 1:3-Rückstand gegen Rot-Weiss Essen drehte das Team das Spiel und gewann am Ende mit 5:3. Für Trainer Claus-Dieter Wollitz, der von seinen Fans und Spielern gefeiert wurde, war dies jedoch kein Anlass zur Freude in den Medien. Er verweigerte nach dem Spiel das übliche TV-Interview und ließ sich auch auf der Pressekonferenz nur kurz und bündig zu Wort kommen. Der Grund für seine Zurückhaltung liegt in einer unglücklichen Situation nach der Niederlage gegen Osnabrück, in der er sich „lächerlich gemacht“ fühlte.
Wollitz, der für seine klare Sprache bekannt ist, sieht sich in der aktuellen Berichterstattung kritisch betrachtet. Nach der Niederlage gegen Osnabrück (0:1) fühlte er sich von „MagentaSport“ respektlos behandelt und äußerte Unzufriedenheit über die Fragen, die ihm gestellt wurden. Die Kritik an der Berichterstattung führte dazu, dass er jetzt auf Tauchstation geht und Medienanfragen boykottiert.
Ein Comeback der Extraklasse
Der Sieg gegen Essen war nicht nur wichtig für die Tabelle, in der Cottbus nun mit 63 Punkten den dritten Platz belegt, sondern auch ein Beweis für die Aufstiegsreife der Mannschaft. Mit einem überdurchschnittlichen Torverhältnis und über 1,8 Punkten pro Spiel gehört Cottbus zu den konstantesten Teams der Liga. Besonders bemerkenswert war der Hattrick von Tolcay Cigerci, der in nur neun Minuten drei Tore erzielte – der zweitschnellste Hattrick in der Geschichte der 3. Liga.
Trotz des Rückstands blieben die Fans unerschütterlich und unterstützten ihr Team bis zum Schluss. RWE-Coach Uwe Koschinat lobte das Publikum für ihren Glauben an den Sieg und die unermüdliche Unterstützung. Wollitz selbst äußerte sich nach dem Spiel jedoch nur vage zu den Leistungen seiner Spieler und hielt sich mit detaillierten Analysen zurück.
Ein Trainer im Fokus
Wollitz‘ Entscheidung, nicht mit den Medien zu kommunizieren, wirft Fragen auf. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Essen hatte er angekündigt, Fragen nur selektiv zu beantworten und seine Unzufriedenheit über den respektlosen Umgang im letzten Spiel klar zum Ausdruck gebracht. Er bemängelte die Organisation bei der Ankunft und Abfahrt in Osnabrück, wo seine Mannschaft Beleidigungen von Fans ausgesetzt war. „Grenzen wurden überschritten“, sagte er und forderte mehr Fairness im Umgang mit seinem Klub.
Es bleibt abzuwarten, ob Wollitz seinen Boykott gegen die Medien bis zum nächsten Spiel gegen Viktoria Köln am Sonntag aufrechterhält. Die Fans und die Mannschaft hoffen, dass er bald wieder zur gewohnten Form zurückfindet und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit sucht. In der Zwischenzeit bleibt Energie Cottbus auf Kurs und kämpft weiterhin um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.
