Ein neuer Aufreger in der Politik Brandenburgs sorgt für Aufsehen. Christian Jaschinski, der erst am Samstag als Vize-Chef der CDU Brandenburg gewählt wurde, steht im Mittelpunkt eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Cottbus. Der 57-jährige Politiker sieht sich dem Verdacht der Untreue ausgesetzt. Laut Bild soll er Steuergeld veruntreut haben, indem er den Chefs der Elbe-Elster Klinik GmbH überhöhte Gehälter und Verträge gewährt hat, ohne den Aufsichtsrat zu informieren. Ein Vorgehen, das Fragen aufwirft und als völlig inakzeptabel empfunden wird.
Ein weiterer Skandal, der an Jaschinski haftet, ist seine Planung zur Schließung mehrere Kliniken in Elsterwerda, Lauchhammer und Finsterwalde, verbunden mit dem Bau eines neuen Krankenhauses für stolze 326 Millionen Euro. Kritiker, unter ihnen auch Anja Heinrich, die Bürgermeisterin von Elsterwerda und Jaschinskis Ex-Frau, haben bereits eine Strafanzeige wegen der unsauberen Praktiken in der klinischen Verwaltung eingereicht. Die Initiative „Klinikrettung Elbe-Elster“ steht an ihrer Seite, und es ist klar, dass die Wogen hochgehen.
Schwere Vorwürfe gegen Jaschinski
Im Mai 2023 sorgte Jaschinski für Aufsehen, als er den Vertrag von Klinik-Chef Michael Neugebauer ohne Zustimmung des Aufsichtsrats um drei Jahre verlängerte und dessen Gehalt von 12.000 auf 17.000 Euro monatlich anhob. Ein treffsicheres Geschäft für Neugebauer, der jedoch nur sieben Monate später aufgrund eines enormen Jahresverlusts von 11 Millionen Euro entlassen wurde. Das Besondere daran: Neugebauer wird weiterhin bis zum Ende seines Vertrags 2026 bezahlt, was den Finanzbericht der Klinik mit 519.000 Euro Rücklagen belastet.
Die Besetzung des neuen Klinik-Chefs Michael Winkler, der ohne öffentliche Ausschreibung für rund 25.000 Euro monatlich eingestellt wurde, sowie die Anstellung eines neuen Pflegedirektors zum Preis von 12.500 Euro monatlich werfen ebenfalls Fragen zur Transparenz und Fairness auf. „Ich wusste von dem Ermittlungsverfahren nichts“, so Jaschinski, der zudem betont, dass alle Vorgänge rechtlich geprüft seien. Doch das Landeskriminalamt Brandenburg hat bereits Klinik-Aufsichtsräte als Zeugen vernommen und die Vorwürfe erhalten wohl ein schwerwiegendes Gewicht.
Politische Ambitionen trotz Ermittlungen
Trotz der anhaltenden Ermittlungen und der massiven Vorwürfe plant Jaschinski, sich am 15. Februar wieder zum Landrat wählen zu lassen. Die CDU hat ihn bereits aufgestellt, was zu einer hitzigen Debatte innerhalb der Partei führen könnte, besonders wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten sollten. Politisch bleibt die Schlinge für den Vize-Chef der CDU Brandenburg also nicht locker und seine Zukunft in der Politik steht auf der Kippe.
Die Entwicklungen rund um Christian Jaschinski zeigen einmal mehr, dass die Brandenburger Landespolitik nicht nur von Hoffnungen, sondern auch von Skandalen geprägt ist. Dabei sind die Verantwortlichen gefordert, hier schnell Klarheit zu schaffen – für die Wähler und die betroffenen Kliniken. Inwieweit sich die Vorwürfe letztlich bewahrheiten, wird die nächsten Wochen für Aufregung sorgen.
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