Ermittlungen gegen Landrat Jaschinski: Finanzskandal im Elbe-Elster-Kreis?
Im Landkreis Elbe-Elster brodelt es gewaltig. Aktuell sieht sich der Landrat Christian Jaschinski (CDU) mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue aufgenommen, die im Zusammenhang mit der geplanten Zusammenlegung der Krankenhäuser im Kreis stehen. Jaschinski gibt sich dabei überrascht und behauptet, nichts von einem Ermittlungsverfahren zu wissen, während die politische Lage rund um die Krankenhäuser zunehmend angespannt bleibt. Der Tagesspiegel berichtet, dass der Kreistag im April dieses Jahres bereits für die Fortsetzung der Pläne für einen Neubau eines zentralen Krankenhauses gestimmt hat.
Diese Planungen sehen vor, die bestehenden Standorte des Elbe-Elster-Klinikums in Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg zu einem neuen Zentralklinikum zusammenzuführen. Parallel dazu wird an einem Umbau der drei Klinikstandorte zu ambulant-stationären Gesundheitszentren gearbeitet. Trotz der weitreichenden Veränderungen und den laufenden Ermittlungen, äußert sich Jaschinski nicht zu vertraulichen Personal- und Verwaltungsentscheidungen des Klinikums.
Geplante Krankenhaus-Schließungen sorgen für Aufregung
Die Schließungspläne machen den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis ebenfalls Sorgen. So hat der Aufsichtsrat des Elbe-Elster-Klinikums beschlossen, das Krankenhaus in Finsterwalde im Juni 2024 zu schließen – mit Ausnahme der Psychiatrie. Die ambulante Notfallversorgung soll zwar gesichert bleiben, wie genau das aussehen wird, ist jedoch unklar. Auch in Herzberg stehen massive Einschränkungen an, hier sollen die stationäre Gynäkologie und die Geburtshilfe sowie die stationäre Pädiatrie eingestellt werden, wie die Stellungnahme der SPD-Finsterwalde informiert.
Der SPD-Finsterwalde hatte bereits im Juni 2023 Alarm geschlagen und auf die Schließungsabsichten hingewiesen, was vom CDU-Landrat jedoch als Lüge zurückgewiesen wurde. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD Elbe-Elster, Dominic Hake, kritisiert das Vorgehen Jaschinskis als planlos und unverantwortlich. Immer wieder haben Aktivitäten wie Demonstrationen und Unterschriftensammlungen für den Erhalt des Krankenhauses in Finsterwalde für Aufsehen gesorgt, doch die Kommunikation des Landrates bezeichnete der Vorsitzende der SPD-Finsterwalde, Alexander Piske, als unwürdig.
Gesundheitsversorgung im Wandel
Angesichts dieser Entwicklungen wird die Situation um die Krankenhäuser nicht nur als lokal, sondern auch als Teil eines größeren Reformprozesses im Gesundheitswesen wahrgenommen. Im Rahmen der Krankenhausreform Brandenburg wird versucht, bedarfsgerechte Lösungen zu schaffen, die das Vertrauen der Bürger stärken sollen. Die Bedeutung der Krankenhäuser als Sicherheitsfaktor und emotionalen Bezug für viele Menschen ist dabei unbestritten. Veränderungen im Gesundheitswesen führen jedoch oft zu Ängsten und Unsicherheiten, weshalb eine transparente Kommunikation unabdingbar ist.
Im März 2025 wurden die Krankenhäuser über die nächsten Schritte im Planaufstellungsprozess informiert, was seitens des Gesundheitsministeriums als wichtiger Schritt hin zu einer besseren Gesundheitsversorgung angesehen wird. Teilnehmer von Regionalkonferenzen, die in verschiedenen Versorgungsgebieten durchgeführt wurden, umfassen unter anderem Krankenhausträger, die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg sowie Krankenkassen und Kommunen. Im Herbst 2023 fanden die letzten dieser Konferenzen statt, und die nächsten Dialogforen sind für 2024 geplant.
Angesichts der bevorstehenden Landratswahlen am 15. Februar 2026 steht Christian Jaschinski unter erheblichem Druck. Wird er es schaffen, seine Position zu verteidigen und das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen? Die kommenden Monate könnten hier entscheidend sein.
