Finsterwalde im Wandel: Von der glorreichen Vergangenheit zur innovativen Zukunft der Lausitz
Heute ist der 13.06.2026, und wir werfen einen Blick auf die aufregenden Entwicklungen in Finsterwalde und der umliegenden Region. Ab morgen öffnet die Ausstellung „Eine Stadt baut. Finsterwalde um 1930“ im Sänger- und Kaufmannsmuseum ihre Türen und lädt die Besucher dazu ein, in die faszinierende Vergangenheit dieser Industriestadt einzutauchen. Bis zum 15. November 2026 wird hier der Wandel der Stadt in den 1930er Jahren thematisiert. Straßenbau, Asphaltierung, der Bau neuer Wohnungen und die Einführung einer modernen Kanalisation – das waren die großen Schritte, die Finsterwalde geprägt haben. Wer hätte gedacht, dass das, was damals die Stadt veränderte, heute noch so lebendig ist?
Doch während wir in die Vergangenheit blicken, stehen auch viele Herausforderungen und Veränderungen in der Gegenwart auf dem Tisch. Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben im Bundesrat einen Änderungsvorschlag zum Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) eingebracht. Die Mehrheit hat dem Antrag der Ostländer zugestimmt, und der neue Plan sieht vor, zwei separate Ausschreibungen für Kraftwerkskapazitäten zu erstellen. Das bedeutet, dass zwei Drittel der neuen Kapazitäten im netztechnischen Süden entstehen sollen. Das ist ein ganz schöner Schritt für die Lausitz, die dadurch bessere Chancen bei der Verteilung der Kraftwerkskapazitäten hat.
Strukturwandel und Herausforderungen
Apropos Lausitz – die Region hat sich in den letzten Jahren stark verändert, insbesondere seit dem Inkrafttreten des Strukturstärkungsgesetzes am 14. August 2020. Mit einem Gesamtvolumen von 10,32 Milliarden Euro an Strukturfördermitteln bis 2038 wird versucht, die Folgen des Kohleausstiegs abzufedern und die Arbeitsplatzverluste zu kompensieren. Dabei gibt es jedoch auch Kritik: Kleinere Kommunen tun sich schwer bei der Beantragung von Fördermitteln, während in größeren Städten wie Cottbus ein Großteil der Projekte konzentriert ist.
Die erste Förderperiode von Arm 1 des Programms läuft noch bis Ende 2026, und insgesamt wurden bereits 65 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Euro initiiert. Das klingt vielversprechend, aber die Bedenken bleiben: Reichen die Mittel wirklich aus, um die vom Kohleausstieg betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen? Die Diskussionen um den Strukturwandel sind alles andere als leicht, und der Sonderausschuss Strukturentwicklung Lausitz ist ein weiteres Beispiel dafür, wie schwierig die Partizipation der Menschen vor Ort wahrgenommen wird. Stattdessen werden oft gleichstellungspolitische Ziele in den Vordergrund gerückt.
Zukunftsperspektiven und Innovationen
In der Lausitz gibt es jedoch auch Lichtblicke. Spremberg sieht den Bau einer Anlage zur Wartung und Reparatur von Triebfahrzeugen, eine Investition, die mit 2,75 Millionen Euro gefördert wird. Diese Initiative wird als zukunftssicher angesehen und könnte neue Perspektiven für die Menschen in der Region schaffen. Azubi Urz Krautz freut sich bereits über die verbesserten Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort.
Im Industriepark Schwarze Pumpe haben sich über 100 Unternehmen niedergelassen, und auch das geplante Speicherkraftwerk, das grünen Wasserstoff industriell nutzbar machen soll, klingt vielversprechend. Bürgermeisterin Christine Herntier betont, dass der Fokus auf der Stärkung der Infrastruktur für die Industrie liegen muss. Der weltweite Verbrauch von Kohle steigt, während in der Lausitz der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038 beschlossen wurde. Das ist ein schmaler Grat – einerseits die Notwendigkeit der Energiewende und andererseits die Unsicherheiten für die Menschen, die in dieser Branche gearbeitet haben.
Und so bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklungen weiter entfalten werden. Die Lausitz, mit ihren 13.000 Quadratkilometern und rund 1,3 Millionen Einwohnern, steht vor großen Herausforderungen, aber auch vor spannenden Chancen. Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Region den Strukturwandel bewältigt und gleichzeitig die blühende Vergangenheit von Städten wie Finsterwalde in Erinnerung behält.
