Heute ist der 5. Juni 2026 und die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist in Finsterwalde spürbar – auch wenn das Public Viewing hier ein wenig ins Wanken geraten ist. Die WM, die in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet, bringt eine spannende Herausforderung mit sich. Die Anstoßzeiten werden nämlich alles andere als familienfreundlich sein – die ersten Spiele beginnen in Deutschland oft erst nach 23 Uhr! Das macht es für viele Gastronomen nicht gerade einfach, ein Public Viewing auf die Beine zu stellen.
Die SpVgg Finsterwalde lässt sich allerdings nicht entmutigen und plant, am 14. Juni in ihrer Gaststätte zusammenzukommen. Mit einem großen Fernseher wollen sie den ersten Anpfiff gemeinsam feiern und die Spiele am 20. und 25. Juni ebenfalls übertragen. Doch wie es aussieht, bleibt das nicht überall so einfach. Einige Gastronomen in der Stadt haben bereits abgesagt. Die Bedenken sind vielfältig: Hohe GEMA-Kosten, der Aufwand für die Veranstaltung und die späten Uhrzeiten machen das Ganze für die meisten wenig attraktiv. Marc Umlauf von der Gaststätte „Zur Erholung“ sieht das ähnlich und meint, dass es zu normalen Zeiten sicher möglich gewesen wäre, aber jetzt? „Eher nicht“, sagt er einfach. Auch Gabi Thor von der Gaststätte Alt Nauendorf winkt ab.
Rechtliche Hürden und Herausforderungen
Das Thema Public Viewing ist nicht nur eine Frage der Begeisterung, sondern auch ein rechtliches Minenfeld. Vor der Veranstaltung müssen Genehmigungen eingeholt und die GEMA-Kosten geklärt werden. Kein leichtes Unterfangen! Die ARD und ZDF übertragen viele Spiele im Free-TV, was die Sache etwas erleichtert, denn keine separate Genehmigung der FIFA ist notwendig, solange keine Eintrittsgebühren verlangt werden. Wer aber Werbung macht oder Eintritt nimmt, muss sich an strenge Regeln halten und die Markenrechte der FIFA beachten. Und das sind nur die grundlegenden Anforderungen – für Außenbereiche kommen zusätzliche Auflagen dazu, etwa Lärmschutzbestimmungen und Sperrzeiten.
Die GEMA-Kosten für Public Viewing können zwischen 50 und 150 Euro pro Turnier schwanken, abhängig von der Größe der Veranstaltung und der Anzahl der Gäste. Wer also plant, ein großes Event auf die Beine zu stellen, muss auch mit bis zu 5.000 Euro rechnen, wenn man die technische Ausstattung und das Marketing mit einbezieht. Hochwertige Beamer oder große LED-Screens sind Pflicht, und auch die Planung von Sitzordnungen und Personal muss durchdacht sein.
Spontane Entscheidungen und die Hoffnung auf deutsche Euphorie
Das Gasthaus Radsche hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Es könnte sein, dass sie Public Viewing ermöglichen, falls die deutsche Mannschaft weiterkommt. Das Brauhaus Finsterwalde hingegen will die Vorrunde abwarten und könnte bei steigender Nachfrage und einer Welle der deutschen Euphorie vielleicht doch noch ein Angebot für die Deutschland-Spiele in Betracht ziehen. Aber bis dahin? „Wir schauen mal“, sagt der Wirt und zuckt mit den Schultern. Das ist die Art von Ungewissheit, die die Vorfreude auf die WM für viele noch aufregender macht.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt, und es ist klar, dass die frühen Planungen entscheidend sind. Gastronomen müssen mindestens vier bis acht Wochen im Voraus die entsprechenden Genehmigungen beantragen, um sich rechtlich abzusichern. Wer das versäumt, könnte am Ende leer ausgehen und die WM nur vor dem Fernseher im eigenen Wohnzimmer verfolgen.
Die Stimmung in der Stadt ist gemischt: Viele freuen sich auf die Spiele, während andere mit den Herausforderungen kämpfen, die die späten Anstoßzeiten mit sich bringen. Aber eines ist sicher: Wenn das Runde ins Eckige rollt, wird auch in Finsterwalde gefeiert – egal, wo und wie!