In Finsterwalde, wo die Luft noch nach frischem Holz und alten Flugzeugen riecht, haben Erik Baues und sein Team von der Flugzeugwerft ein ehrgeiziges Projekt gestartet: Sie restaurieren zwei Fiat G.91, einen echten Klassiker der Luftwaffe. Man könnte sagen, da wird Geschichte lebendig! Die G.91 erinnert nicht nur an vergangene Zeiten, sie ist auch ein Stück lebender Technikgeschichte, das in den Himmel zurückkehren soll.
Historisch gesehen war die Werft bekannt für ihre Arbeiten an Dornier-Mustern wie der Do 228 und der Do 27. Erik Baues hat sein Handwerk bei Dornier gelernt und bringt diese Erfahrung nun in die Restaurierung der beiden Jets ein. Der erste Schritt? Die komplette Überprüfung der beiden Maschinen, die mittlerweile in Finsterwalde eingetroffen sind. Da gibt’s die einsitzige G.91R/3 (Werknummer 0068) und die doppelsitzige G.91T/3 (Werknummer 0043) – beide mit spannender Historie und beeindruckendem Potential.
Ein Stück Familiengeschichte
Eriks Vater, Lothar, war übrigens nicht irgendein Pilot – er war Fluglehrer bei der Bundeswehr und hat unter anderem auf der Do 27 und der Fiat G.91 geflogen. Die Idee zu diesem Projekt entstand nicht aus dem Nichts. Inspiriert vom Projekt „Save a Dornier“ in Höxter, hat Erik das Feuer entfacht, um eine Fiat G.91 zu restaurieren. Man könnte fast sagen, das ist eine Hommage an seinen Vater und die glorreiche Zeit der Luftwaffe. Die beiden Werknummern der Jets sind sogar im Flugbuch von Lothar vermerkt, was das Ganze noch emotionaler macht.
Die Fiat G.91 selbst – ein Jet-Kampf- und Bomberflugzeug, das von Fiat Aviazione entworfen wurde – hat ihren Ursprung in der NATO-Ausschreibung von 1953. Sie wurde als leichtes, wendiges Flugzeug konzipiert, das auch von unbefestigten Landebahnen starten kann. Das macht sie besonders interessant für die Restaurierung, denn der Plan ist, sie wieder flugfähig zu machen und damit ein Stück Luftfahrtgeschichte lebendig zu halten.
Ein Blick auf die Technik
Die G.91R/3, die für die Luftwaffe produziert wurde, hat eine beeindruckende Spezifikation: Mit einer maximalen Geschwindigkeit von Mach 0.95 und einer Reichweite, die für europäische Verhältnisse ausreichend war, war sie ein wahrer Alleskönner. Angetrieben von einem Bristol Siddeley Orpheus-Triebwerk, das auch in Deutschland unter Lizenz gefertigt wurde, bietet sie eine Leistung, die bis ins Jahr 1995 im Einsatz war. Und das alles in einem soliden, leichten Design, das die Luftfahrtliebhaber bis heute begeistert.
Das Team in Finsterwalde hat viel zu tun, denn die erste Phase des Projekts besteht nicht nur aus der technischen Bewertung und Bestandsaufnahme der Jets. Es geht darum, die Systeme zu reaktivieren und sie wieder zum Fliegen zu bringen. Die beiden Jets haben in ihrer Vergangenheit schon einiges erlebt – die G.91T/3 wurde am Flugplatz Bielefeld überholt und die G.91R/3 hat eine dokumentierte Historie mit fünf verschiedenen Kennzeichen. Das alles macht die Restaurierung umso spannender!
Ein Erfolg in der Luftfahrtgeschichte
Die Fiat G.91 hat nicht nur in Deutschland einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch die portugiesische Luftwaffe setzte sie während des Kolonialkriegs ein, was ihr international einen gewissen Ruhm einbrachte. Insgesamt wurden von diesem Modell 756 Stück gebaut, was ihre Beliebtheit und den Erfolg des Designs unterstreicht. Die G.91 war nicht nur ein Jet – sie war ein Teil der Geschichte, die über viele Jahre hinweg die Luftfahrtgeschichte prägte.
Jetzt, wo die beiden Jets im Herzen von Finsterwalde wieder zum Leben erweckt werden, kann man nur gespannt sein, wie sich die Restaurierung entwickeln wird. Man könnte sagen, die Luftfahrt ist hier in besten Händen – mit einem Team, das nicht nur über das Know-how verfügt, sondern auch über die Leidenschaft, ein Stück Geschichte in den Himmel zurückzubringen. Und das ist doch einfach nur großartig!