In Lauchhammer gibt es ein ganz besonderes Therapieangebot, das Familien in schweren Zeiten zur Seite steht. Die Sana Kliniken Niederlausitz haben mit der Familienzentrierten Interaktionstherapie, kurz FAZIT, ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen. Hier wird nicht einfach nur therapiert, sondern es wird versucht, die Familien wieder handlungsfähig zu machen und tragfähige Beziehungsqualitäten zu fördern. Das ist besonders wichtig, denn in der heutigen Zeit nehmen psychosomatische Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zu.

FAZIT ist ein stationäres Therapieangebot für Eltern und ihre Kinder, das für eine Woche im Krankenhaus Lauchhammer durchgeführt wird. Während dieses Aufenthalts wohnen die Familien in einer geschützten, fast wohnlichen Umgebung. Eine feste Bezugstherapeutin begleitet sie durch die gesamte Zeit, was ein Gefühl von Kontinuität und Sicherheit schafft. Besonders spannend: Es gibt keine geschlossenen Therapiezeiten. Stattdessen werden alltägliche Erfahrungen gesammelt, was den Familien ermöglicht, das Gelernte direkt im Alltag auszuprobieren.

Ein Blick hinter die Kulissen der Therapie

Das Herzstück von FAZIT ist die Videoarbeit. Hierbei werden Alltagssituationen mit einer Kamera festgehalten. Vor der Anreise müssen die Familien sogar erste Aufnahmen zu Hause filmen und einen Fragebogen ausfüllen. Das mag auf den ersten Blick etwas seltsam erscheinen, doch die Videos helfen ungemein, unbewusste Verhaltensmuster sichtbar zu machen. Außerdem können so Ressourcen und störende Interaktionsmuster identifiziert werden. Therapeutinnen beobachten dann die Interaktionen, um eine neue, positive Dynamik in der Familie zu unterstützen.

Die Bedürfnisse der Familien stehen dabei immer im Mittelpunkt der Therapie. Eltern werden als die Experten ihrer Kinder angesehen – sie sind schließlich die, die am besten wissen, was für ihre Kleinen gut ist. Teamwork wird großgeschrieben. Jedes Familienmitglied bringt seine Perspektive ein, was die Therapie zu einem echten Gemeinschaftsprojekt macht. Es ist erfrischend zu sehen, wie die Familien durch diese enge Zusammenarbeit nicht nur an ihren Problemen arbeiten, sondern auch wieder zueinander finden.

Eine ganzheitliche Perspektive

Dr. Carolin Stegemann, die Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, hebt die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Hilfe für betroffene Familien hervor. Es reicht nicht, nur die Symptome zu behandeln – es geht darum, die Dynamiken innerhalb der Familie zu verstehen und zu verändern. Systemische Familientherapie, die auch in FAZIT integriert ist, betrachtet die Familie als ein zusammenhängendes System. Jedes Mitglied beeinflusst die anderen, und das ist auch der Ansatz, den die Therapeutinnen verfolgen.

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Die Therapie fördert eine offene Kommunikation und hilft dabei, belastende Interaktionsmuster zu durchbrechen. Es ist eine Reise, auf der die Familien lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und neue Lösungen zu entwickeln. Das Feedback von Familien, die FAZIT bereits durchlaufen haben, ist durchweg positiv. So berichtet beispielsweise Familie Terssis von hilfreichen Tipps und einer neuen Sicht auf die eigenen Herausforderungen. Das ist ermutigend und zeigt, dass dieser Weg nicht nur möglich ist, sondern auch funktioniert.