Ein tragischer Vorfall hat die Region Lauchhammer erschüttert. Der 32-jährige Polizist Maximilian Stoppa verlor im Januar 2025 sein Leben bei einer Verfolgungsjagd in Brandenburg. Jetzt hat das Landgericht Cottbus ein Urteil gefällt, das klar macht, dass solches Verhalten nicht ohne Konsequenzen bleibt. Der 27-jährige Angeklagte wurde zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt. Eine Strafe, die sich aus acht Jahren für den tödlichen Vorfall in Lauchhammer und zusätzlich 2,5 Jahren aus vorherigen Verurteilungen wegen schweren Bandendiebstahls zusammensetzt.
Die Umstände des Vorfalls sind erschreckend. Stoppa wurde erfasst, als er aus einem Polizeifahrzeug ausstieg, um einen Stop-Stick auf die Fahrbahn zu legen. In diesem Moment raste der Angeklagte mit überhöhter Geschwindigkeit – innerorts über 100 km/h und sogar fast 190 km/h außerhalb der Stadtgrenzen. Der Aufprall schleuderte den Polizisten 15 Meter durch die Luft. Die Verfolgungsjagd, die diesem Unglück vorausging, war nicht nur rücksichtslos, sondern auch äußerst gefährlich: Der Angeklagte fuhr über Fußwege und in entgegengesetzter Richtung durch Kreisverkehre.
Ein Gericht mit bewegenden Momenten
Am Tag der Urteilsverkündung war der Gerichtssaal gut gefüllt. Die Familie des getöteten Polizisten hatte ein Foto von Maximilian Stoppa aufgestellt, was die emotionale Schwere des Augenblicks nur verstärkte. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte eine Strafe von maximal acht Jahren und sechs Monaten, während die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe forderte. Sie argumentierte, dass der Angeklagte in der Absicht gehandelt habe, seine Beteiligung an einem vorherigen Diebstahl zu verdecken, was als Mordmerkmal gälte. Doch der Richter sah dies anders: Er stellte fest, dass der Angeklagte nicht den Tötungsvorsatz fassen konnte.
Das Gericht erkannte die Drogensucht des Angeklagten an, dessen Blutprobe zwar eine geringe Beeinträchtigung zeigte, aber dennoch zu seiner Verantwortung beiträgt. Ein Geständnis und die gezeigte Reue des Angeklagten konnten die Schwere seiner Tat jedoch nicht mindern. Er setzte das Gaspedal nach dem Aufprall weiter in Bewegung, was die Grausamkeit seines Handelns unterstrich.
Ein Zeichen der Erinnerung
Der Vorfall hat nicht nur in der Region, sondern bundesweit Bestürzung ausgelöst. An dem Ort, an dem Maximilian Stoppa sein Leben verlor, wurde ein Gedenkstein aufgestellt. Es ist ein Mahnmal, das nicht nur an den tragischen Verlust erinnert, sondern auch an die Gefahren, denen sich Polizisten täglich aussetzen. Die Urteilsverkündung ist noch nicht rechtskräftig, und eine Revision kann innerhalb einer Woche eingelegt werden. Die Geschichte, die sich in Lauchhammer abspielte, wird noch lange im Gedächtnis bleiben. Es ist eine traurige Erinnerung an die Konsequenzen von rücksichtlosem Verhalten und an die Opfer, die im Dienst der Gesellschaft stehen.