Neue Heimat für Geflüchtete: Gemeinschaftsunterkunft in Herzberg erweitert!
Im Landkreis Elbe-Elster wurde vor kurzem ein wichtiger Schritt zur Integration geflüchteter Menschen gemacht. Landrat Christian Jaschinski und Dezernentin Anja Miersch haben im Rahmen eines Festakts die Erweiterung der Gemeinschaftsunterkunft in Herzberg eingeweiht. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach Wohnraum für Geflüchtete immer größer wird, zeigt dieses Bauvorhaben, dass die Region anpackt und Lösungen schafft. Der Landrat betonte, dass der neue Erweiterungsbau nicht nur Wohnraum bereitstellt, sondern auch Perspektiven für die Bewohner:innen bildet. Ein gutes Händchen haben die Veranstalter, die das Sommerfest mit einem Tag der offenen Tür organisierten, um das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen.
Besucher hatten die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen und mit den Einrichtungsmitarbeitern, Bewohnern und Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Die Gemeinschaftsunterkunft Herzberg bietet Platz für insgesamt 75 Menschen in 23 neuen Bewohnerzimmern, die gemeinschaftlich genutzte Koch-, Sanitär- und Waschmöglichkeiten bereitstellt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Diakonischen Werk Elbe-Elster e.V. und der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. organisiert.
Hintergrund und Herausforderungen
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie lange der Weg zur Realisierung dieses Projekts war. Bereits im Jahr 2019 wurde über die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft Hohenleipisch diskutiert, da die Auslastung gering und die Kosten hoch waren. Doch 2021 kam der Vorschlag für die Erweiterung der Unterkunft in Herzberg auf den Tisch – ein Zeichen dafür, dass man in der Region die Notwendigkeit für ein Welcoming System erkannt hat. Laut dem Difu hilft eine solide wohnungspolitische Planung, die Integration zu unterstützen. Ein Ansatz, der hier in Herzberg verfolgt wird.
Gerade in Zeiten, in denen mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine geflohen sind und die Zahl der Asylsuchenden 2023 auf über 300.000 anstieg, muss die Frage der Integration und Unterbringung dringend angepackt werden. Die Herausforderungen sind vielfältig: Es fehlt nicht nur an Wohnraum, auch die sozialen Strukturen müssen gestärkt werden. Die Baukosten für die Erweiterung in Herzberg belaufen sich auf rund 2,62 Millionen Euro. Ein stimmiges Konzept, das auch den Einsatz einer Photovoltaikanlage nach der Fertigstellung vorsieht, macht das Vorhaben besonders nachhaltig.
Integration in Gemeinschaftsunterkünften
Die Frage bleibt, wie gut die Integration der Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften gelingt. Eine Analyse des DIW bringt zum Vorschein, dass die soziale Integration in großen Gemeinschaftsunterkünften oftmals schwieriger ist. Häufig haben Geflüchtete in solchen Unterkünften weniger Kontakt zu deutschen Nachbarn als in kleineren, privat genutzten Wohnformen. Der soziale Zusammenhalt in der Migrationsgesellschaft hängt stark von diesen Begegnungen ab. Gerade in der heutigen Zeit, in der Diversität eine wichtige Rolle spielt, ist es entscheidend, die einfache Gestaltung des Zusammenlebens zu fördern, um Vorurteile abzubauen.
Jaschinski und Miersch appellieren an alle Akteure des Wohnungsmarktes, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass sozialer Wohnraum ausreichend vorhanden ist. Die Herausforderungen, die aus der Fluchtzuwanderung resultieren, klassifizieren Experten als große Hürden im Integrationsprozess. Die Möglichkeit, Menschen eine stabile Wohnsituation zu bieten, bleibt eine der zentralen Voraussetzungen für ein gelungenes Miteinander und einen funktionierenden Integrationsprozess. Das Herzberger Bauvorhaben könnte hier ein leuchtendes Beispiel für andere Gemeinden sein.
Besonderer Dank galt den Teammitgliedern der Diakonie, den Hausmeistern und dem Wachschutzpersonal, die während des laufenden Betriebs großen Einsatz gezeigt haben. Mit dieser Erweiterung ist ein weiterer Schritt gemacht, um der Herausforderung, geflüchtete Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, gerecht zu werden und gleichzeitig menschenwürdige Wohnverhältnisse zu schaffen.
